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Scar Symmetry

Storie von: arne, am 19.04.2011 ]

So kennt man sie: Auf ihrer fünften Platte setzen SCAR SYMMETRY wiederum auf die kunterbunte Durchmischung von Death, Thrash und Prog-Metal, die sich mit einer herben Rock-Kante verbindet. Mal gibt es klinische Sterilität in bester Cyber-Manier und gepflegtes Stakkato, dann feinste Melo-Death-Passagen, barsche Härte oder clean besungene Refrains mit bester Eingängigkeit. Oder aber progressives Experimentieren. „The Unseen Empire” ist ein Album starker Kontraste, mit dem die Schweden ihre Position im Modern-Metal untermauern.

 
„Wir fühlen nicht, dass wir einem Genre oder Stil gegenüber loyal sein müssen. Die diverse Anlage unseres Band-Sounds zwischen verschiedenen Stühlen ist vielmehr als SCAR SYMMETRY-Metal zu bezeichnen,” meint Schlagzeuger Henrik Ohlsson. „Wir sind unserer Vergangenheit verpflichtet, haben aber gleichzeitig alle Freiheiten, neue Wege auszuprobieren und Unerwartetes zu tun. Diesem Anspruch sind all unsere Songs untergeordnet. Wichtig ist es, dass das Gefühl stimmt. Wir vertrauen allein unserer Intuition, denn damit sind wir von jeher gut gefahren. Sie ist die Grundlage des Erfolgs und der Beachtung, die wir über die Jahre eingefahren haben. Wir wissen, was Songs von SCAR SYMMETRY auszeichnet. Entweder ist der besondere Vibe da oder nicht. Jedes neue Stück muss ihn aufweisen, egal wie sich das Mischungsverhältnis von Death, Black, Thrash, Heavy Metal, Rock’n’Roll, progressiver Ansätze und Jazz-Parts gerade zeigt. Bei uns kommt viel zusammen, so dass der Vibe das einzig Verbindende ist.“

Die Schweden profitieren von der weit gefassten Basis ihres Sounds, die ihnen unabhängig von angesagten Trends Relevanz beschert: „Als etablierte und schon länger bestehende Gruppe stehen wir ein wenig außerhalb des Wettbewerbs,“ weiß der Schlagzeuger. „Man muss sich nicht mehr mit allen neuen Strömungen und Bands messen und kann auf die Unterstützung seiner Fans bauen. Um ehrlich zu sein, bin ich nicht einmal mehr auf dem aktuellen Stand, was gerade angesagt ist. Für unsere Band haben wir auch keinen definierten Fahrplan. Alles ist möglich. SCAR SYMMETRY haben schon immer alles auf sich zukommen lassen. Anfangs war es für uns ein Projekt unter mehreren. Erfolg haben wir nie erwartet. Aus diesem Grund ist unsere Triebfeder bis heute dieselbe geblieben. Spaß und eine gute Zeit zu haben, steht im Vordergrund. Der Erfolg hat es uns lediglich abverlangt, etwas ernsthafter darüber nachzudenken, was unseren Sound ausmacht. Zu stark beschäftigen wir uns mit solchen Fragestellungen allerdings nicht. Wir nehmen es, wie es kommt, denn wir lieben den Metal und spielen ihn gerne. So einfach ist es. Was uns darüber hinaus vergönnt ist, betrachten wir als Bonus. Andernfalls wären wir als Musiker nicht schon seit den frühen 90er Jahren in der Szene aktiv. SCAR SYMMETRY bestehen zwar erst seit 2004, doch es ist ja nicht unsere erste und einzige Band.“ Im kompositorischen Bereich gibt es nichts zu bemängeln. Die Gruppe ruht sich auf erworbenen Lorbeeren nicht aus, sondern schreitet auf der Suche nach der perfekten Symbiose zwischen hart und zart selbstbewusst und facettenreich voran:


„Ohne altbekannte Klischees anzuführen: Unsere Musik basiert auf Aufrichtigkeit und Hingabe,“ gibt sich Henrik bescheiden. „Wir sind Fans eingängiger Songs zwischen Metal und Rock’n’Roll, deshalb spielen wir solche. Das, was wir selbst gerne hören, erschaffen wir mit der Band. Große Hintergedanken gibt es nicht. Mit dieser Einstellung kann nichts schief gehen. Deshalb benötigen wir auch keinen abgestimmten oder gar bewussten Entwicklungsplan. Auf Shows lernt man schnell, wann Songs funktionieren und wann nicht. Das ist direkt mit dem eigenen Spaß-Faktor gekoppelt, so dass wir schon früh wussten, welche Ausrichtung uns liegt. Seither vertrauen wir auf unser Gespür und erzwingen nichts. Wir lassen den Dingen ihren freien Lauf und vertrauen darauf, dass sich alles stimmig zusammen finden wird.“ Das neue Album „The Unseen Empire” überzeugt sowohl mit bissiger Brutalität als auch mit gefühlvoller Progressivität und einem übergeordneten Verständnis für vielseitige, fesselnde Heavy-Musik. Das Quintett weiß, was es tut: „Unsere Arbeitsweise hat sich über die Jahre kaum verändert,“ resümiert der Drummer. „Vielleicht resultiert der Eindruck aber auch daher, dass wir als Musiker gewachsen sind und eine klarere Vorstellung davon haben, was SCAR SYMMETRY auszeichnet. Ich kann es nicht mit Bestimmtheit sagen. Das Songwriting fällt uns inzwischen jedenfalls leichter. Die Verbindung von Brutalität und Melodie sowie die von Komplexität und Einfachheit passt einfach, ohne dass wir hart darum kämpfen müssen. Und was wir spielen, bewegt die Leute. Solange die Songs frisch und variabel ausfallen und wir uns unseren Spaß bewahren, wird auch das besondere Gefühl bleiben. Das Intuitive kann man ja nicht erzwingen.“

Die Skandinavier tun zudem das ihnen Mögliche, um komfortable Arbeitsspannen auszuschließen: „Am Ende ist uns wieder einmal die Zeit davon gerannt,“ sagt Henrik lachend. „Damit umzugehen haben wir jedoch Routine. Wahrscheinlich muss es einfach so sein, damit wir impulsiv und spontan agieren können. „The Unseen Empire“ ist vor dem Hintergrund seines straffen Zeitplans noch ein Stück weit ungestümer. Wir wollten es ja so. Als wir ins Studio hätten gehen sollen, haben wir eine US-Tour gespielt. Anschließend hieß es dann, einspielen und fertig. Eine Überarbeitung im Studio hat es nicht gegeben. Die Folge ist ein unverfälschtes Werk, das stark vom Moment inspiriert ist. Mir gefällt das sehr. Die Übergänge zwischen den Stilen innerhalb der einzelnen Songs sind extrem, und wir pendeln beständig zwischen Metal, Rock, usw. Intensität und Härte sind extrem und gefühlsecht. Es gibt ja auch keinen Grund, uns zu verstellen. Wir haben für uns einen spezifischen Sound gefunden, der funktioniert und die Grundlage für den Status im Metal ist, den SCAR SYMMETRY erreicht haben. Unsere Instinkte funktionieren, so dass wir auf nichts anderes vertrauen als auf unser Bauchgefühl.“

 
 Links:
  myspace.com/scarsymmetry
 
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