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Scream Festival 3

Storie von: arne, am 05.01.2015 ]

Bands live bei einem Heimspiel zu erleben, ist immer ein besonderes Vergnügen. Die Musiker sind ob der Anwesenheit von Freunden und Angehörigen gemeinhin noch motivierter; die Stimmung in den Clubs oder Hallen ist ausgelassener als bei „normalen Konzerten“. Insofern stand das dritte „Scream Fest“ im Kasseler Musiktheater unter denkbar guten Vorzeichen. Neben dem Headliner RYKER’S, die ihre erste offizielle Heim-Show seit ihrem zwischenzeitlichen Abschied 2000 absolvierten, stand mit TODAY FOREVER eine zweite Band aus Kassel auf dem Programm, die man in der letzten Zeit ebenfalls nicht mehr so häufig auftreten sehen hat. Das Festival komplettierten NASTY, SWORN ENEMY, A TRAITOR LIKE JUDAS, LIGHT YOUR ANCHOR und TRUST IN RANDOM.

 
Aufgrund des recht frühen Beginns der Show spielten die ersten beiden Gruppen ohne Anwesenheit des music-scan.de. Der Abend begann pünktlich mit dem Erscheinen von TODAY FOREVER auf der Bühne des Musiktheaters. Dass die Jungs derzeit nicht allzu viel proben und spielen, war ihrem Set anzumerken, was dem Spaß jedoch keinen Abbruch tat. Tendenziell scheinen sich die Interessen bei TODAY FOREVER wieder mehr in Richtung Melodic-Hardcore zu verlagern, was sich auch auf ihr älteres Materials auswirkt, das partiell leicht verändert klang. Das leidenschaftliche Set lässt darauf hoffen, dass der Nachfolger von „Relationshipwrecks“ nicht mehr zu lange auf sich warten lässt.

A TRAITOR LIKE JUDAS haben sich über die Jahre als Konstante in der Hardcore-Szene etabliert und ihre Position mit stets intensive Auftritten und Releases hart erarbeitet. Nachdem die Braunschweiger zuletzt aufgrund gesundheitlicher Probleme von Sänger Jasper etwas kürzer getreten waren, haben sie inzwischen wieder Betriebstemperatur erreicht. Das bewiesen sie beim „Scream Fest“ einmal mehr. Das Quintett animiert jedes Publikum, nicht bloß herum zu stehen, sondern sich aktiv in die Show mit einzubringen. Ihr eigener Trademark-Sound trägt das seine dazu bei, dass man A TRAITOR LIKE JUDAS Folge leistet.

Der Thrash-Hardcore-Sound der „Altmeister“ von SWORN ENEMY wirkt im Vergleich geradezu old schoolig, doch an Durchschlagskraft mangelt es auch dem Spiel der Amerikaner nicht. Zudem können sich die New Yorker aus eins verlassen: die Präsenz und die markante Stimme von Sal Lococo.


Mit dem einzig verbliebenen Gründungsmitglied steht und fällt das Spiel von SWORN ENEMY. Vor der Professionalität ihres Auftritts konnte man nur den Hut ziehen und auch jüngere Semester, die die großen Tage der Band (wohl) nicht miterlebt haben, zeigten sich ob des rabiaten und kompromisslosen Spiels sichtlich beeindruckt.

Gemessen an den getragenen Shirts vor Ort hatten die Belgier von NASTY mit die meisten Fans im Musiktheater. Der Beatdown-Mosh-Stil des Quartetts mag einfach gestrickt und vergleichsweise monoton inszeniert sein – an Effektivität mangelt es ihm allerdings nichts. Was die Jungs damit meinen, wenn sie sich auf facebook mit „4 dudes doing fucked up music for a fucked up world“ umschreiben, stellen ihre Auftritte unmissverständlich klar. Gemeint sind herbe Metal-Hardcore-Sounds und bissige Texte von Matthi, die sich bis in seine kritischen Ansagen ziehen.

Unbestrittener Höhepunkt des Scream Fests war dennoch die Rückkehr der RYKER’S auf eine Kasseler Bühne. Endlich stellten sie ihr Comeback-Album „Hard To The Core“ auch in der eigenen Heimat vor; flankiert von obligatorischen Band-Klassikern. Zwischen deftigen Beatdowns, derbem Mosh, metallisch angereichertem Hardcore und kratzig-hymnischen Old School-Granaten brachte das Quintett sowohl seine ganze Erfahrung als auch die bis heute ungebrochene Leidenschaft auf die Bretter des Musiktheaters. Band, Fans und Freunde verbrüderten sich schnell zu einer eingeschworenen Gemeinschaft, die das Hardcore-Set gemeinsam abfeierte und sich alsbald auch die Bühne teilte.

 
 
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