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Make Them Suffer

Storie von: arne, am 09.10.2017 ]

Der Transformationsprozess von MAKE THEM SUFFER ist längst noch nicht abgeschlossen, sondern setzt sich auf dem Drittwerk der Band nahtlos fort. All diejenigen, die sich mit dem Zweitwerk „Old Souls“ intensiv beschäftigt haben, wird das nicht überraschen. „Worlds Apart“ wird aus der Enge von Metal- und Deathcore befreit und bietet für die Zukunft vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten.

 
Die stilistischen Veränderungen gehen wiederum mit personellen Wechseln einher. Gleichwohl darf unterstellt werden, dass die Australier so oder so anders klingen würden: „Die Arbeit an einem weiteren Album kann vor allem dann schwer sein, wenn sich schon die vorherigen Veröffentlichungen stark voneinander entschieden haben und man diesen Weg fortsetzt,“ greift Frontmann Sean Harmanis den Gedanken auf. „Uns ist es aber überhaupt nicht schwer gefallen, „Worlds Apart“ zu schreiben und fertigzustellen, denn wir fühlten uns in keiner Weise unsicher oder eingeschränkt, was die kreative Komponente anbelangt. Wir haben es nicht aktiv darauf angelegt, etwas gravierend Anderes zu erschaffen, sondern auf uns und unsere Kreativität vertraut. Jeder Künstler weiß, dass sich Kreativität nicht erzwingen lässt. Der natürliche Fluss bestimmt die Richtung. Ihm sind wir gefolgt.“

Das Quintett aus Perth ist auf diesem Weg zu einem breit angelegten, variablen Sound gelangt, der den Blick weitet und eine interessierte, wagemutige Gruppe präsentiert: „Auf den ersten Blick trifft es vielleicht zu, dass wir aufgeschlossener als viele andere MetalCore-Bands aufspielen,“ meint der Shouter. „In einem breiteren Rahmen unterscheiden wir uns aber doch nicht so sehr von dem, was andere Gruppen im Genre tun. Die Einschätzung basiert für mich nur darauf, dass Musiker und Hörer ein Stück weit festgefahren sind und ihre Eindrücke an den etablierten Klischees und Vereinfachungen von MetalCore oder Deathcore abgleichen. Das behindert in vielen Fällen eine treffgenaue, eher analytische Einordnung dessen, was sie vorgesetzt bekommen und was Gruppen tatsächlich leisten.“

Dass MAKE THEM SUFFER unterschiedlich wahrgenommen werden, ist aber auch Sean aufgefallen: „Ich wundere mich darüber, wenn wir in Artikeln und Reviews mit Worten wie symphonisch oder Stilen wie Black Metal in Verbindung gebracht werden. Ich kann mir keinen Reim darauf machen, wie das zustande kommt. Andererseits ist das nun einmal ihre Sicht der Dinge, auch wenn wir unserem eigenen Verständnis nach etwas anderes tun. Wenn die Leute uns dennoch mögen, ist es mir egal. Letztlich gibt es keine falsche Wahrnehmung, denn alles ist subjektiv. Ich oder auch wir als Band haben andere Einflüsse als unsere Hörer. Deshalb müssen die Songs unterschiedlich aufgefasst werden.“ Dass die fünf Australier ihr musikalisches Antlitz auf jeder Veröffentlichung weiter entwickeln, trägt ebenfalls dazu bei, dass die Rezeption der Gruppe schwankenden Interpretationen unterliegt: „Für uns ist der Weg der beständigen


Veränderung genau der richtige,“ bekräftigt der Sänger. „Jedes unserer Alben steht für sich selbst. Das muss es schon allein deshalb, weil wir kontinuierlich hinzulernen, uns verbessern und damit verändern. Aus diesem Grund ist „Worlds Apart“ unsere bislang reifste und stärkste Platte. Nach der Veröffentlichung von „Old Souls“ sind wir viel getourt und haben noch intensiver herausgearbeitet, was funktioniert und was nicht. Da wir weiterhin etliche unserer frühen Stücke live spielen, ist für uns noch klarer geworden, wo unsere Stärken liegen.“

Das Drittwerk überzeugt vor allem mit der Dualität zwischen plakativer Brutalität und intensiv-atmosphärischer Dichte. Der Clean-Gesang der neuen Keyboarderin bereichert das Spiel von MAKE THEM SUFFER um eine weitere Facette. Die Ausweitung der elektronischen Akzente erfolgt umsichtig und ohne Übertreibung: „Das Nebeneinanderstellen von heftigen und melodischen Passagen betreiben wir von jeher,“ erinnert Sean Harmanis. „Auf dem neuen Album findet sich die mutige Attitüde der heftigen Parts nun erstmals auch in allen Teilen der Songs. Und das, obwohl wir die melodischen Aspekte stärker gewichten. Die offenkundige Weiterentwicklung betrifft ganz klar die melodische Aufladung der Stücke und unser insgesamt offensives Vorgehen.“ Die Band aus Perth richtet ihr Augenmerk verstärkt auf die gefühlvollen Passagen von „Worlds Apart“:

„Mit den seichten Momenten haben wir viel experimentiert,“ bestätigt der Frontmann. „Doch wenn es zu emotional oder poppig wird, passt es schnell nicht mehr zu uns. Im Arbeitsprozess haben wir sogar einen reinen Pop-Song geschrieben, ihn letztlich aber verworfen. Ich kann verraten, dass wir an keinen Track jemals so lange gefeilt haben. Es ist viel schwieriger, als man denkt. Gerade, wenn man das Schreiben von Pop-Songs mit dem von heftigen Stücken vergleicht. Heavy-Parts setzen wir praktisch mit links um.“ Das Ausprobieren und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbstverständnis haben den Blick dafür geschärft, was das Quintett aus Perth darstellen will: „Wir sind eine Metal-Band mit Keyboarderin und weiblichen Clean-Vocals. Beide Elemente nutzen wir bewusst, um eine Fülle an Elementen zu bieten, die uns von anderen Gruppen absetzt. Hartnäckigkeit und Beständigkeit sind die Schlüssel zu unserer Karriere. Wir beschäftigen uns weniger damit, wie wir klingen oder wahrgenommen werden. Wichtiger ist es uns, die Persönlichkeit der Band und die gesunde Grundlage für das zwischenmenschliche Auskommen innerhalb von MAKE THEM SUFFER zu entwickeln.“

 
 Links:
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