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Blessthefall

Storie von: arne, am 25.04.2018 ]

Bei niemandem, der BLESSTHEFALL hört, werden „Hard Feelings“ aufkommen. Dafür ist das Spiel der Band aus Scottsdale viel zu positiv gestimmt und melodisch gehalten. Im Mix zwischen MetalCore, Post-Hardcore und Emo/Screamo mag es bisweilen auch heftig zugehen. Doch am Ende bestimmen stets die zugänglichen und eingängigen Elemente die Wirkung des Bands-Sounds.

 
Einer der Vorzüge der seit 2004 bestehenden Gruppe ist es, dass sich BLESSTHEFALL auf jedem Album neu erfinden. Um wiedererkennbare Trademarks herum arbeiten sich die Musiker jeweils an anderen Blickwinkeln auf ihr Klang-Spektrum ab. Das garantiert für einen lebendigen, zeitgemäßen Eindruck und taugt für Überraschungsmomente: „Uns ist es vor allem wichtig, vielfältig zu klingen und uns nicht zu wiederholen,“ stellt Frontmann Beau Bokan klar. „So wird es nie langweilig – weder für uns noch die Hörer. Stell dir vor, du schreibst immer wieder denselben Song. Das kann es doch nicht sein. Mir wäre das zu wenig, also handeln wir entsprechend.“

Auch bezogen auf das sich einstellende Ergebnis findet der Sänger klare Worte: „Für mich ist die Sache klar. Wir sind eine melodische Rock-Band, die stark vom Metal beeinflusst ist, aber nicht auf einen bestimmten Stil festgelegt ist. Deshalb kann man niemals wirklich sagen, dass wir so und nicht anders klingen.“ Die Freiheiten, die sich der Band ob der skizzierten Ausgangslage bieten, ermöglichen es BLESSTHEFALL, ihre Ausrichtung regelmäßig zu adjustieren. Aus diesem Grund behauptet sich das Quintett seit längerer Zeit im Core-Segment: „Mir gefällt das aktuelle Umfeld,“ so Beau. „Es ist doch toll, in einer Zeit aktiv zu sein, in der praktisch jeder Musik machen und auf Tour gehen kann. Entscheidend ist nur, dass man Relevanz erreicht und die Leute einem zuhören. Natürlich unterscheiden sich Aufwand und Eigenständigkeit, wenn man sich umblickt. Doch es gibt viele spannende Gruppen. Da ist es für mich wenig verwunderlich, dass auch wir aufblühen und einige unserer besten Stücke schlechthin geschrieben haben. Schließlich wollen wir bestehen.“

Ein besonderes Erfolgsrezept weiß der Sänger nicht zu benennen, wenn er auf das eingespielte Ensemble und die bestehende Freundschaft unter den Mitgliedern verweist: „Nichts ist produktiver, als in den eigenen vier Wänden kreativ zu sein. Gerade, wenn man eine solche eingeschworene Einheit ist, wie wir es sind. Es hilft, eine offene Freundschaft zu pflegen und ehrlich miteinander umzugehen.“ Entscheidender scheinen da schon die Motivationslage und Einstellung zu sein, die Beau & Co. an den Tag legen: „Der beste Weg, ein Problem anzugehen, ist es, einfach gute Songs zu schreiben. Für mich ist es kein Grund zur Sorge, wenn es sich wie ein BLESSTHEFALL-Lied auch nach BLESSTHEFALL anhört. Das hilft uns, uns gegenüber den anderen zu differenzieren. Solange es uns gelingt, wirklich gute Stücke zu schreiben, wird es funktionieren. Da mache ich mir keine


Sorgen.“

Dass sich die Arbeit an „Hard Feelings“ nicht schwierig gestaltet hat, überrascht angesichts dieser Äußerung nicht: „Das Songwriting hat uns keine Probleme bereitet,“ bestätigt der Frontmann. „Rückblickend würde ich nicht einmal sagen, dass bestimmte Tracks leichter als andere entstanden sind. Allenfalls weisen einige von ihnen zusätzlich auch noch das besondere Etwas auf, das sich nicht immer erzwingen lässt. Beim Songwriting vertrauen wir auf die in uns fließende Kreativität. Deshalb haben wir haben auch nicht versucht, zwingend anders zu sein. Planen kann man so etwas ohnehin nicht. Wichtig war uns allein, unsere besten Talente durchscheinen zu lassen und das ist uns für mein Empfinden gut geglückt.“

Die breit gelagerten Interessen der Musiker aus Arizona sind für das abwechslungsreiche Sound-Bild verantwortlich: „Unbedingt, das begründet sich für mich vor allem dadurch, dass wir durch viele verschiedene Genres beeinflusst sind. Wir hören nicht nur Metal und harte Sachen. Deshalb sind sie auch nur bedingt als Kern unserer Musik zu beschreiben. Mir gefällt es sehr, dass sich unsere Einflüsse in unser Songwriting übersetzen und das Gesamtbild bereichern.“ Beau Bokan weiß auch eine Auslegung beizusteuern, die den Titel „Hard Feelings“ mit der eher gefälligen Musik in Verbindung zu bringen ist: „Für mich besteht das allgemeine Motiv unser Band darin, dunkle und gleichzeitig emotionale Songs zu schreiben. Dabei ist mir das Happy End wichtig, ohne dass es bei uns nicht geht. Denn ich habe das Gefühl, dass auch das Leben so funktioniert. Natürlich kann es bisweilen hart sein, doch auf das positive Ende vertraue ich einfach und glaube fest daran.“

Entsprechend stand die Arbeit am sechsten Studiowerk von BLESSTHEFALL doch auch unter einem definierten Fokus: „Auf diesem Album haben wir uns vor allem auf die Texte und Melodien konzentriert. Denn das ist es, was zuerst auffällt und auch das, was für die nachhaltige Wirkung entscheidend ist. Es sind die Worte, die du hörst und wie sie dich fühlen lassen, wenn du sie hörst. Für die Melodien gilt dasselbe. Also wollten wir, dass dies unser bestes Album wird, was die Lyrics und Melodien anbelangt.“ In dieser Beziehung ist das Quintett erfolgreich gewesen. Ob sich aber auch der nachfolgende Wunsch von Beau erfüllt, kann nur die Zukunft zeigen: „Ich würde mich freuen, wenn dieses Album im Rückblick als zeitlos und wertvoll wahrgenommen wird. Schön wäre es, wenn die Leute in zehn Jahren sagen würden, dass „Hard Feelings“ ihre Leben bereichert und verändert hat.“

 
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