Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1693

Chelsea Grin

Storie von: arne, am 20.08.2018 ]

Die Gruppe aus Salt Lake City ist für ihr radikales Spiel bekannt. „Eternal Nightmare“ heißt der neue Longplayer der Formation, die nunmehr als Quartett antritt. Trotz einschneidender Line-Up-Wechsel erscheint ein düsteres, Unruhe stiftendes Werk, das die Karriere von CHELSEA GRIN imposant fortschreibt.

 
„Jedes Mal, wenn eine Band einschneidende Mitgliederwechsel zu verkraften hat, tauchen alle Arten von Gefühlen auf, mit denen man sich auseinander setzen muss,“ weiß Bassist David Flinn. „Nachdem wir uns durch schwierige Monate gekämpft haben, kann ich sagen, dass unsere Band heute konzentrierter und entschlossener als jemals zuvor agiert. Wir haben uns sprichwörtlich den Arsch aufgerissen, um unseren Hörern das bestmögliche CHELSEA GRIN-Album zu bieten. Aufgrund der begleitenden Umstände sind wir natürlich mehr als sonst gespannt, zu erfahren, wie die neue Platte ankommen und wie es live ausgehen wird. Für Konzerte stehen wir vor der Herausforderung, mit unserer neuen Mannschaft unsere alten und neuen Stücke für die Fans auf die Bühne zu bringen.“

Tom Barber (ex-Lorna Shore) stellt sich als neuer Frontmann vor. Anstelle von drei Gitarristen begnügt sich die Gruppe nunmehr mit einem. Der Fortbestand der Band war jedoch niemals in Gefahr, erzählt David: „Die Entscheidung ist uns leicht gefallen, wir mussten nicht einmal nachdenken. CHELSEA GRIN ist so viel mehr als einzelne Personen und nicht von bestimmten Namen abhängig. Ich habe nie daran gezweifelt, dass es weitergehen würde.“ Am fokussierten Deathcore bzw. Extrem-Metal hält das Quartett fest. Das gewählte Oberthema bietet textlich eine passende Klammer. Im Ergebnis ist weniger von einem zweiten Debüt als vielmehr von einem weiteren furiosen Longplayer der Gruppe aus Salt Lake City zu sprechen:

„Von uns ist ja bereits ein selbstbetiteltes Album auf den Markt,“ erinnert der Bassist. „Deshalb wäre es überflüssig gewesen, ein zweites heraus zu bringen. Hinter „Eternal Nightmare“ steckt die Gewissheit, dass wir alle schwere Phasen durchzustehen haben, weil unsere Leben nicht perfekt verlaufen. Wenn das eigene Leben gerade in Dunkelheit untergeht, ist es gut, zu wissen, dass man nicht allein ist und es anderen genauso geht. Davon handelt das Album.“ Im Kontext des neuerlich komplexen Brutalo-Sounds arbeiten sich CHELSEA GRIN an dieser Vorlage fleißig und unerbittlich ab: „Für unsere Band gibt es keine festgeschriebene Arbeitsweise,“ stellt David Flinn klar. „Unser Songwriting hat sich nach jedem Album verändert und weiter entwickelt. So ist es auch dieses Mal gewesen. Der offensichtliche Unterschied sind die personellen Wechsel. Doch wir haben darauf geachtet, dass sich der Wandel offen gestaltet und sich jeder einbringt. Wenn man aufgeschlossen ist und mit einer offenen Grundhaltung ins Studio geht, kann viel passieren und die Magie organisch wachsen.“ Das Ergebnis spricht


für sich, wobei die zusätzlichen Programmings die Unruhe wiederum entscheidend ausbauen. Dem Titel gemäß klingen die Tracks bösartig und verstörend:

„Die Atmosphäre und Chemie während der Aufnahme von „Eternal Nightmare“ erinnere ich als befruchtend,“ freut sich der Musiker. „Während des Schreibens und Aufnehmens des Albums sind in unseren Leben viele Dinge passiert, die uns auf persönlicher Ebene stark berührt haben. Wir akzeptieren die Tatsache, dass ausnahmslos jedem Menschen von Zeit zu Zeit negative Dinge passieren. An dieser Gewissheit führt kein Weg vorbei. Der enge Austausch über die Geschehnisse und die gegenseitige Unterstützung hat uns als Gruppe in dieser Zeit noch näher zusammenwachsen lassen. Wir sind wie Brüder und unsere engen Bande drücken sich auf dem Album aus.“ CHELSEA GRIN treten gleichermaßen kompakt wie variabel in Erscheinung. Tech-Death-Passagen werden mit brachialen Grooves, heftigen Breakdowns und fiesem Beatdown kombiniert. Das Quartett aus Utah drückt nachhaltig: „Grundsätzlich schreiben wir immer die Musik, die uns gefällt,“ gibt sich David bescheiden. „Nach dem letzten Album hatten wir das Gefühl, uns weiter entwickeln zu müssen. Unser damaliger Frontmann Alex wollte einen anderen Weg gehen und entschied sich, auszusteigen. Der Wechsel dieser zentralen Personalie wirkt sich offenkundig aus. Uns war von Beginn an klar, dass die Songs aufgrund der Beteiligung von Tom anders klingen würden. Darauf haben wir uns bewusst eingelassen, so dass es sehr schnell Click gemacht hat. Die Chemie stimmte ohnehin von Beginn an. Gemeinsam haben wir alles daran gesetzt, auf dem Album die beste Version von CHELSEA GRIN zu repräsentieren, die wir sein können. Für mich hat das auch funktioniert.“

Dem Grunde nach ist für die Musiker alles beim Alten, wobei das Streben nach Songdienlichkeit zentral steht: „Wir tun stets das, was uns vorschwebt. Das, worauf wir uns am meisten konzentrieren, ist die Suche nach dem Gleichgewicht. Denn wir versuchen, die richtige Mischung aus Groove und Technik zu finden. Das ist der Ort, an dem wir uns wohl fühlen und wo wir uns austoben wollen.“ Authentizität ist dem Vierer aus Utah auch in seinen Texten wichtig: „Es ist meine Erwartung, dass sich jeder Hörer mit uns und „Eternal Nightmare“ identifizieren kann,“ formuliert David abschließend. „In den Leben von uns allen gibt es Dunkelheit in unterschiedlichsten Ausprägungen. Unsere Lieder decken einen Großteil dieses Themas ab. Fast alles ist von persönlichen Erfahrungen inspiriert, weshalb wir wissen, wovon wir sprechen.“

 
 Links:
  facebook.com/ChelseaGrinMetal
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Catch Fire
  For I Am King
  Puppy
  Voivod
  Godskill

Interviews/Stories:

  Black Peaks
  Unearth
  Rise Of The Northstar

Shows:

  20.11. Monolord - Bielefeld
  20.11. Doro - Gorlitz
  20.11. Kadavar - Bielefeld
  21.11. As It Is - Hamburg
  21.11. Ourage My Love - Hamburg