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Abandoned By Bears

Storie von: arne, am 28.11.2018 ]

Weniger impulsiv, dafür mit mehr Übersicht – so entwickeln sich die elf Tracks des Zweitwerks von ABANDONED BY BEARS. Die Schweden nehmen sich eine Spur zurück und punkten mit einem reifen, zugespitzten Songwriting. „Headstorm“ wird durch eine intensive Mixtur aus heftigen Core-Parts und melodisch-eingängigem Pop-Punk bestimmt. Einen immensen Hymnenwert besitzt das Album natürlich ebenfalls.

 
Anlässlich der Veröffentlichung des neuen Albums steht für das Quintett eine US-Tour mit Light Up The Sky, Boys Of Fall und We Were Sharks auf dem Plan. Gustav Erikkson und seine Band-Kollegen können es kaum abwarten: „Wir wollen tolle Musik machen, die Welt bereisen, Shows spielen und Neues erleben,“ so der Bassist. „Das ist der Wunsch, der uns alle in der Band seit den frühen Tagen verbindet. Nur, dass wir inzwischen älter und auch ein bisschen weiser sind. Vor ABONDONED BY BEARS haben wir alle in verschiedenen, aber stilistisch ähnlichen Bands gespielt. Die Idee, diese Gruppe in der jetzigen Konstellation aufzusetzen, gab es schon lange vor der eigentlichen Gründung. Viel hat sich seither nicht geändert. Wir sind weiterhin gespannt, was die Zukunft für uns bereit hält und hoffen darauf, dass unser neues Album von vielen neuen Ohren entdeckt wird.“ Mit dem Debüt „The Years Ahead“ ist den Schweden vor zwei Jahren ein Überraschungserfolg geglückt, auf dem die Musiker aus Malmö aufsetzen: „Die Zeit wird es zeigen, wie langlebig unser Stil ist,“ gibt sich Gustav bescheiden. „Alles hat seine Zeit. Geht man etwas zurück, war irgendwann einmal auch Thrash Metal ein frischer, neuer Sound, auf den sich zunächst die Kids eingelassen haben und den die ältere Hörer-Generation anfangs nicht unbedingt verstanden hat. Mit der Zeit hat sich die Wahrnehmung verschoben. Wenn wir nur lange genug durchhalten, wird es vielleicht so weit kommen, dass auch ABONDONED BY BEARS irgendwann einmal als „klassische Band“ wahrgenommen werden.“

Grundsätzliche Überlegungen sind schön und gut. Die Victory-Kombo ist aber im Hier und Jetzt unterwegs und musikalisch von ihren Emotionen getrieben: „Die Tatsache, dass unser Material eingängig ist, spiegelt für mich nur die Art und Weise wider, wie wir Melodien schreiben,“ erwidert der Bassist. „Insgesamt denke ich, dass der Stil, den wir spielen, gut zu uns passt. Wir bieten ein bisschen von allem und niemand dreht durch, wenn wir versuchen, einen direkten Punk-Song umzusetzen oder etwas wirklich Schweres und Wütendes angehen.“ Der Fünfer aus Malmö lässt sich kreativ ein Stück weit treiben, verfolgt auf „Headstorm“ aber auch klare Absichten: „Am Anfang entwickelt sich das Album geradlinig, doch gegen Ende wird es komplizierter,“ so Gustav. „Wir haben uns dieses Mal mehr Gedanken hinsichtlich der endgültigen Reihenfolge der Songs gemacht. Mit unseren Texten versuchen wir zudem immer, mehr anzubieten, als ein Thema lediglich anzureißen – eben noch eine Schippe drauf zu packen. Manchmal verwandelt sich ein Text oder Song jedoch auch


in etwas völlig anderes und experimentelles. Das mündet in vielen Fällen in den schon gut gefüllten Ordnern unfertiger Projekte.“

Wichtig ist, dass ABONDONED BY BEARS mit ihren Liedern zufrieden sind und sich emotional in ihnen wieder finden: „Jeder Song hat seine eigene Bedeutung, aber das Album als Ganzes verfolgt kein übergeordnetes Konzept,“ bestätigt Gustav Erikkson. „Auf der persönlichen Ebene ist es für uns natürlich mehr als bloße Musik. Jede Platte stellt für uns den Abschluss eines Lebensabschnittes dar. Wenn ich jetzt unsere früheren Veröffentlichungen höre, denke ich immer gleich darüber nach, was zur jeweiligen Zeit geschehen ist, wie wir uns gefühlt haben und was damals unser kollektives Bewusstsein bestimmt hat. So, wie manche Leute auf ein Tattoo schauen und sich an ihre Lebensumstände zu der Zeit erinnern, als es gestochen wurde.“ Mit Blick auf das Zweitwerk zieht der Bassist vor allem ein Fazit:

„Wirklich in Erinnerung geblieben ist mir vor allem, wie aufgeregt und zufrieden ich über bzw. mit den Melodien der Stücke bin,“ freut sich der Musiker. „Das Titel-Stück ,Headstorm‘ ist das einzige Lied, bei dem wir bewusst versucht haben, uns stärker auf die Pop-Seite der Dinge zu begeben. Im Vergleich zu den anderen Songs ist es vielleicht nicht so technisch angelegt, aber hier haben wir es mit dem „Weniger-ist-mehr-Ansatz“ gehalten. Diese Art von Flexibilität, zu tun, was wir wollen, schätzen wir sehr. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass wir es irgendwie schaffen können.“

Dass ABONDONED BY BEARS verschiedene Hörer-Gruppen ansprechen, überrascht da nicht: „Es den Leuten recht zu machen, geht praktisch nicht,“ weiß Gustav. „Zum Glück haben wir viele Fans, die alles aufsaugen und großartig finden. Doch es gibt auch etliche Leute, die den Metal-Aspekt nicht mögen, aber das Pop-Zeug lieben. Umgekehrt verhält es sich natürlich genauso. Deshalb trifft man auf unseren Shows immer auf eine gute Mischung aus allen möglichen Leuten und Hörer-Lagern. Mir gefällt das, denn ich schätze diese Vielfalt und das, was aus ihr erwächst.“ Die Eindrücke des Bassisten ändern sich im Zeitverlauf ebenfalls: „Nachdem die kreative Arbeit beendet war, habe ich schnell gespürt, dass meine Ohren und das Gehirn müde waren. Den folgenden Monat habe ich „Headstorm“ überhaupt nicht gehört und mich entspannt. Erst mit dem nötigen Abstand habe ich mich den Songs dann wieder genähert und schnell erkannt, was ihnen noch fehlte oder wo kleine Veränderungen erforderlich waren. Alles in allem bin ich mit dem Resultat in seiner finalen Form super begeistert.“

 
 Links:
  abandonedbybears.bandcamp.com
 
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