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Memphis May Fire

Storie von: arne, am 02.12.2018 ]

Die vielfältigen Prüfungen des Lebens bilden die textliche Basis von „Broken“. Dieses Konzept ist für den düsteren Mix aus MetalCore, Post-Hardcore und Emo/Screamo wie geschaffen. MEMPHIS MAY FIRE bieten auf ihrem sechsten Album wiederum brachiale, jedoch auch zugängliche Stücke, die Hörer emotional mitnehmen und heftige Reaktionen herausfordern.

 
„Das Songwriting hat uns noch nie Probleme bereitet, weil wir nie damit aufhören, sondern kontinuierlich schreiben“, äußert Frontmann Matty Mullins. „Wenn wir das Ende eines Album-Zyklus erreichen, haben wir immer schon Tonnen von Munition für das nächste. Nur wenige Monate nach der Veröffentlichung von „This Light I Hold“ waren wir schon wieder so weit, dass wir eine klare Vorstellung von seinem Nachfolger hatten. Es war eine bewusste Entscheidung, dass die neuen Songs anders sein sollten als das, was wir in der Vergangenheit herausgebracht haben. Schließlich wollen wir es vermeiden, uns zu wiederholen. Darüber hinaus haben wir auch nicht den Wunsch, irgendwann lediglich die Kopie einer anderen Band zu sein. Wenn man sich nicht bewegt, kann das schnell passieren. Wobei, unser Gitarrist Kellen und ich denken während des Songwritings ganz unterschiedlich, was mitunter zu heftigen Auseinandersetzungen führt. Doch genau diese Spannung ist es, die am Ende etwas Besonderes hervorbringt.“

MEMPHIS MAY FIRE sind vor allem für einen Core-verwandten Sound bekannt. Im Zeitverlauf treten allerdings andere Prägungen immer deutlicher zutage: „Ein Großteil unseres Spiels ist merklich von Kellen‘s Southern Rock-Wurzeln beeinflusst“, weiß der Frontmann. „Auch wenn wir keine Southern Rock-Band sind, hört man es an den Riffs, die er schreibt, und daran, wie man unsere Musik unterschwellig wahrnimmt. Wer auf das Songwriting wirklich achtet, kann diese Intentionen verstehen. Diejenigen, die nach mehr Breakdowns oder Screams fragen, tun es wohl eher nicht. Seit geraumer Zeit ist es unser Ziel, durchdachte und runde Musik abzuliefern.“ Mit Blick auf den sechsten Longplayer kommt Matty zu einer klaren Wertung: „Als Band versuchen wir, Grenzen zu durchbrechen, die uns vom vorherigen Alben gesetzt wurden. „Broken“ ist etwas Besonderes, weil wir das Gefühl haben, dass uns die Platte als Band neu definiert.“

Die Ansatzpunkte, sich ausgehend vom Vorgänger weiter zu entwickeln, betreffen dabei nicht allein die Musik: „Seit Erscheinen von „This Light I Hold“ ist es unser Ziel, klüger zu touren und mit Bands unterwegs zu sein, mit denen man uns nicht erwartet“, verrät der texanische Musiker. „Wir lieben es, vor Publikum zu spielen, das mit uns nicht vertraut ist. Das bietet die Gelegenheit, neue Fans, aber auch neue Inspirationen zu gewinnen. Kürzlich haben wir eine Tour mit Sevendust gespielt. Das war fantastisch. Deshalb freue ich mich auf unsere bevorstehende Tour mit Atreyu,


mit denen wir nur selten unterwegs sind.“ Stilistisch bietet sich ein deutlicher Kontrast: „„Broken“ fällt auf seine Weise schwer und heftig aus, auch wenn das ursprünglich nicht das Ziel gewesen ist“, so Matty. „Das Album dreht sich vor allem um die transportierte Botschaft, weshalb wir uns im Songwritung nicht davor gefürchtet haben, das umzusetzen, was wir für angebracht hielten. Fast jedes Werk von MEMPHIS MAY FIRE weist auch seichtere, poppige Tracks auf – so auch dieses Mal. Wenn wir das Gefühl haben, dass ein bestimmter Song erst mit verträglichen Klängen Wirkung entfaltet, setzen wir ihn unabhängig vom Genre um.“

Hierbei folgen die vier Musiker dem thematischen Konzept von „Broken“: „Die textliche Stoßrichtung ist es, offen und ehrlich mit den Prüfungen unserer Leben umzugehen und sich ihnen zu stellen. Unsere Hörer sollen sich daran erinnern, dass sie in ihren alltäglichen Kämpfen nicht allein sind. Wir alle sind Menschen und sollten erkennen, dass es andere Menschen gibt, die mit den gleichen Problemen konfrontiert sind. Deshalb können wir gemeinsam kämpfen. Wir verfolgen den Anspruch, Musik zu schreiben, die ihre Hörer verbindet; bei der sich unsere Fans wie in einer Familie verstanden fühlen. Mit unseren Songs wollen wir Wahrheiten, Hoffnung und Inspiration teilen.“ Denn eins ist für den Frontmann klar: „Es ist in Ordnung, „Broken“ zu sein. Jeder ist das hin und wieder. Doch egal, was man durchmacht, man ist nie allein. Und egal, wie schwer es wird, das Leben ist immer lebenswert.“

Die Texaner wissen, was sie wollen und wie sie ihre Vorstellungen in Songs überführen können. MEMPHIS MAY FIRE können sich auf ihre Erfahrung und ihr Bauchgefühl verlassen: „Während des Songwriting-Prozesses wird immer schnell klar, welche Ideen nicht echt sind bzw. nicht im Einklang mit dem stehen, was wir als Band darstellen wollen“, ist Matty Mullins überzeugt. „Meiner Ansicht nach besteht für uns noch eine Menge Raum, um weiter zu wachsen und uns zu verändern, ohne das aufzugeben, was uns auszeichnet.“ Um die Qualität ihrer Musik weiter zu steigern, haben die Texaner ihre Arbeitsweise für „Broken“ eigens umgestellt:

„Dieses Album ist das erste, bei dem Kellen und ich jemals mit einem externen Songwriter zusammengearbeitet haben. Es war wirklich interessant, eine weitere, objektive Meinung über Ideen zu hören, die wir sonst einfach durchgezogen hätten. Wir freuen uns schon jetzt darauf, dieses Co-Songwriting in Zukunft stärker zu intensivieren.“

 
 Links:
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