Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1715

Hands Like Houses

Storie von: arne, am 20.01.2019 ]

Die Australier präsentieren sich auf „Anon.“ mehr denn je als aufgeschlossene Rock-Band. HANDS LIKE HOUSES entdecken auf ihrem vierten Album eine musikalische Breite, die man von ihnen in dieser Form bislang nicht kannte. Der Post-Hardcore rückt dafür in den Hintergrund.

 
Nach drei Platten für Rise und dem Wechsel zu Hopeless Records haben die Fans auf neues Material gewartet. Frontmann Trenton gibt sich entspannt: „Es gibt definitiv eine gewisse Art von Erwartung und Druck, aber das liegt in der Natur der Sache. Als Künstler will man das aber auch spüren. Für mich besteht unsere Stärke darin, dass in unserer Gruppe fünf völlig unterschiedliche Geschmäcker aufeinander treffen. Deshalb dauert es immer ein wenig, bis neue Songs entstehen, die den meisten, wenn nicht sogar allen von uns, zusagen und wir zu der Einschätzung gelangen, etwas Gutes geschaffen zu haben, das wir dann veröffentlichen.“

Was das veränderte Spiel von HANDS LIKE HOUSES anbelangt, nimmt der Sänger eine nachvollziehbare Position ein: „Für mich stellt unser Sound nur die kollektive Stimme von uns fünfen dar. Unsere Musik verändert sich im Laufe der Zeit ganz von selbst. Wir haben das Glück, dass sich die meisten unserer Fans mit uns verändern. Ich glaube nicht, dass wir uns notwendigerweise bewusst in eine bestimmte Richtung entwickelt haben. Doch mit jedem Song und jedem Album haben wir einen weiteren Schritt gewagt. Von der Negativität der Social Media- und Online-Kritiker, die selbst nichts vorzuweisen haben, lasse ich mich dabei weder beeindrucken noch herunter ziehen.“ Dass die Hinwendung zu generellen Rock-Sphären nicht allen Hörern zusagt, überrascht nicht:

„Oft scheint es mir, dass die Leute, die am lautesten schreien, die verzweifelsten sind“, äußert Trenton erklärungssuchend. „Daran versuche ich mich immer zu erinnern. Das hilft, ihre Kritik und Meinungen als die sekundäre Munition einzuordnen, die sich sind. Natürlich wissen wir, dass unsere Musik niemals allen gefallen wird. Vom Gefühl der Nervosität, wenn man etwas Neues veröffentlicht, kann ich mich dennoch nicht befreien und suche aktiv nach Feedback. Davon ist kein Künstler frei.“ Zumindest im kreativen Arbeiten gelingt dies HANDS LIKE HOUSES aber schon: „Dieses Mal haben wir uns die Zeit genommen, herauszufinden, welche Art von Album es werden würde“, bestätigt der Frontmann. „„Dissonants“ und „Unimagine“ sind zuletzt beide inmitten verrückter Tournee-Pläne geschrieben worden, so dass wir sie nicht wirklich planen konnten. Alles, was wir hatten, nahmen wir mit ins Studio. Darüber hinaus gab es keine Wahlmöglichkeiten. Bezüglich des neuen Albums verspüren wir nun ein Gefühl der Zufriedenheit, das mit Selbstvertrauen gepaart ist. Das ist absolut neu für uns und fühlt sich gut an.“

Das Viertwerk „Anon.“ weist also nicht nur zufällig einen entspannten Charakter auf: „Das Album kommt von seinem


Tenor her so locker rüber, weil wir Spaß dabei hatten, es genau so umzusetzen“, bekräftigt der Australier. „Das heißt nicht, dass es keine heftigen, düsteren oder introvertierten Momente geben würde. Es hat sich aber zu keiner Zeit so angefühlt, als wenn wir an einem harten Heavy Rock-Album arbeiten würden. Wir haben weitere Gesichter des modernen Rock erforscht. Das tun wir immer schon. Ich liebe es, zurück zu blicken, zuzuhören und mitzusingen. Deshalb entstehen auch bei uns unterhaltsame Songs – schlicht und einfach.“ HANDS LIKE HOUSES nehmen sich namhafte Szene-Vertreter zum Vorbild, wenn es darum geht, ihren Sound zu verändern:

„Lange Zeit haben wir zu Thrice und Bring Me The Horizon aufgeschaut – Bands, die natürlich und selbstbewusst ihren Stil zwischen ihren Alben wechseln und sich auch nicht davor scheuen, das zu tun“, erzählt Trenton. „Ich bin davon überzeugt, dass der beste Weg, die richtige Wahrnehmung für einen Schritt nach vorne vorzubereiten, zunächst ein Schritt zur Seite ist. Denn dann gibt es keine einfache Möglichkeit, zwei Alben einer Gruppe direkt miteinander zu vergleichen, ohne sich auf den eigenen subjektiven Eindruck zu verlassen. Ich glaube nicht, dass es eine natürliche Limitierung für unsere Weiterentwicklung gibt, weil es für Künstler keinen festgelegten Weg gibt. Zu bestimmten Zeitpunkten öffnen sich einem nur eine Reihe von Wahlmöglichkeiten.“

…und die Australier sind bereit, Risiko zu gehen. Weil sie es können und die Rahmenbedingungen stimmen: „Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem die Band für uns wichtig, jedoch nicht für unser Glück und unsere Erfüllung im Leben entscheidend ist. Daraus hat sich ein inspirierendes Gefühl von Freiheit entwickelt. Wir genießen jeden Aspekt unseres Band-Daseins – sei es das Spielen von Shows, das Schreiben von Musik oder das Bewusstsein, dass unsere Musik bei den Menschen, die sie hören, eine Wirkung hervorruft. Wenn wir es für einen Gehalts-Scheck, aus dem Gefühl einer Verpflichtung heraus oder aufgrund eines Mangels an Alternativen tun würden, wäre diese positive Kreativität nicht gegeben. Das würde aber auch bedeuten, alles aufzugeben, weshalb wir die Band einst gegründet haben. So, wie es ist, ist es viel besser. Für mich sind wir schlicht eine Rock-Band. Das ist alles, was wir sein wollen. Rock ist ein so riesiges Genre, dass es unendlich viel Raum für Experimente und Wachstum gibt, ohne dabei das Gefühl von Dringlichkeit, Leidenschaft und Spannung zu verlieren. Wenn wir ein Teil der Abfolge von kraftvollen Ideen und inspirierender Musik sein können, ist uns das Ehre genug.“

 
 Links:
  handslikehouses.net
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Any Given Day
  Born From Pain
  The Old Firm Casuals
  The Royal
  Truth Corroded

Interviews/Stories:

  Fatal Move
  Optimist
  Cane Hill

Shows:

  19.02. Stray From The Path - Munich
  19.02. First Fragment - Leipzig
  19.02. Allegaeon - Leipzig
  19.02. Fallujah - Leipzig
  19.02. Obscura - Leipzig