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Monophonist

Storie von: arne, am 28.01.2019 ]

Das Kölner Quartett lebt seine freigeistige Kreativität konsequent aus. Das Spektrum der Einflüsse ist vor allem zwischen Jazz-, Noise-, Post-, Prog- und Mathrock zu verorten; das Spiel von MONOPHONIST aber nicht darauf zu beschränken. Jenseits der Verarbeitung übersprudelnder Ideen und aufgeweckter Experimentierfreude bietet „Über die Freiheit der praktischen Unvernunft“ ausreichend Anknüpfungspunkte und latente Zugänglichkeit, um nachvollzogen und für gut befunden zu werden.

 
„Die gemeinsame Basis sind der Wille und das Bedürfnis, interessante Musik zu erfinden; da bilden wir wahrscheinlich keine große Ausnahme“, erwidern Schlagzeuger Thomas und Frontmann Jonathan (Gesang, Saxophon, Elektronik). „Die Band hat keine einheitliche politische, lebensanschauliche oder musikalische Einstellung zum Leben, aber es überschneidet sich einiges. Anderes ist aber zum Teil auch stark unterschiedlich. Aus diesem Unterschiedlichen eine Einheit zu Formen und zusammen eine musikalische Suche zu betreiben, ist das, was alle in der Band wollen und tun. Und irgendwie reflektieren wir auch immer das, was wir in unserer Realität wahrnehmen und verarbeiten es so als Band teilweise zusammen bei Proben oder Konzerten. Musik und Texte sind unser Ausdruck, aber auch unser Spiegel für das, was wir wahrnehmen.“

Diese Aussagen lassen erahnen, weshalb MONOPHONIST Aufmerksamkeit und Beschäftigung verlangen: „Die Musik polarisiert stark, sowohl musikalisch als auch auf textlicher Ebene. Die Grundidee von MONOPHONIST war immer, durch die Kombination von scheinbar Gegensätzlichem eine neue, interessante Kombination zu schaffen, wie z. B. Hardcore, Punk und Jazz, früher auch Drum n' Bass oder dunkler Trip Hop. Aber es war nie das Ziel, kompliziert wirkende, anstrengende oder überfordernde Musik zu schreiben. Die Idee ist, das Interessante, Ungewöhnliche oder Neue so zu verpacken und zusammenzubauen, dass es trotzdem eingängig ist und auch möglichst ohne Anstrengung ankommt. Die Stücke auf dem Album empfinde ich als eingängig, durchgehend, körperlich, klar und interessant. Aber das kommt bei vielen Hörern nicht an, deswegen ist das Ziel mit diesem Album


in gewissem Sinne nicht erreicht worden.“

Die mehrdeutigen bis skurrilen deutschsprachigen Texte sind dabei ein idealer Spiegel der Musik, die nicht anders ausfällt: „Die Texte sind bewusst sehr bildhaft geschrieben, wobei die Bilder eigentlich immer für konkrete Dinge, Personen oder Aktionen stehen und immer einen realen Bezug haben“, erzählt Jonathan. „Ich versuche immer, Phrasen zu bauen, die an sich auch schon gut klingen; einfach aufgrund der Kombination der Worte und Reime. Und ich würde behaupten, dass man bei einigen Texten auf den Sinn kommt, wenn man zuhört, mitliest und sich ein bisschen damit beschäftigt.“ Daneben sind MONOPHONIST bestrebt, gute Musik abzuliefern:

„Letzten Endes geht es immer darum, das sie Emotionen erzeugt; entweder rein musikalisch oder in Symbiose mit passenden Texten. Auch da machen wir keinen Unterschied. Die Voraussetzungen, damit das bei uns funktioniert, könnte man so beschreiben: Die Musik sollte musikalischen Gehalt haben; d.h. es braucht gute Ideen, die aber auch simpel sein dürfen. Nur nicht banal. Es sollte geschmackvoll sein, interessant, Körper, Gefühl und Gehirn ansprechen, ehrlich und integer sein, nicht auf Hochglanz getrimmt. Wenn versucht wird, durch viele Töne in kurzer Zeit, komplizierte Teile, Rhythmen oder viele verschiedene Teile einen Effekt von „Boah ist das krass“ zu erzeugend, sehen wir es eher als eine sportliche und weniger als eine musikalische Leistung. Und uns ist klar, dass MONOPHONIST teilweise so wirkt, obwohl es nicht so gemeint ist. Wenn es theatralisch/melodramatisch, zu dick aufgetragen oder zu cheesy wird, wird es wahrscheinlich auch nicht unseren Geschmack treffen.“

 
 Links:
  monophonist.de
 
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