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Walkways

Storie von: arne, am 28.06.2019 ]

Die Gruppe aus Tel Aviv widmet sich großen Fragestellungen. Was kennzeichnet das Menschsein? Wie beeinflusst der einzelne seine Umgebung? Welche Konsequenzen haben Entscheidungen und Handlungen? Um ihren Lebensweg erkennen und beschreiten zu können, holen WALKWAYS auf „Bleed Out, Heal Out“ weit aus. Das Zweitwerk des Quintetts aus Israel wird von dynamischen, variablen Alternative-Metal-Klängen bestimmt.

 
„Jeder Song ist für uns ein neues Kapitel“, erzählt Gitarrist Bar Caspi. „Er kann ein Teil des Ganzen sein, doch wir versuchen nicht, ihm bestimmte Eigenschaften aufzuzwingen, nur weil es das Genre vorschreibt. Unsere Musik kann jede nur erdenkliche Stimmung, Emotion oder Idee aufweisen. Ob ein Lied auf einem musikalischen oder lyrischen Konzept basiert, spielt keine Rolle. Wir schreiben und komponieren es so, dass es sich für das jeweilige Lied richtig anfühlt, und halten die Verbindung von Musik und Texten so authentisch und organisch wie möglich. WALKWAYS sind schließlich wir, die Menschen dahinter. Und wie bei allen Menschen ist eine grenzenlose Vielfalt an Emotionen, Erfahrungen und Wünschen in uns. Es gibt so viele Aspekte in dem, was wir Leben nennen. Warum sollte Musik anders sein? Vor allem, wenn sie all diese Aspekte widerspiegeln und reflektieren soll. Weshalb sollte Musik eingeschränkt oder nur in einer begrenzten Passform enthalten sein? Ein Maler verwendet ja auch nicht nur bestimmte Farben.“

In seinem Spiel arbeitet das Quintett die Balance aus Härte und Zugänglichkeit optimal heraus. Das ist kein Zufall: „WALKWAYS begann als Bedürfnis. Das Bedürfnis, uns ungefiltert zu entladen und unsere Emotionen in etwas Positives zu verwandeln“, erklärt der Gitarrist. „Unterdrückte Emotionen und Zwänge können eine Last sein, die sich in Gift verwandelt, das einem körperlich und geistig schadet. Unser Ziel ist es, Musik zu kreieren, die Menschen berührt, inspiriert und tröstet. So, wie andere Bands für uns da waren, als wir durch dunkle Zeiten gegangen sind.“ Die Mehrzahl der Texte auf „Bleed Out, Heal Out“ ist persönlich gehalten, wobei die Gruppe aus Tel Aviv einer klaren Agenda folgt: „Die Gemeinsamkeit zwischen den Liedern ist der Aufruf, sich selbst zu erkennen, die Welt und die Menschen um sich herum wahrzunehmen und die Aufmerksamkeit darauf zu richten, wie man seine Umgebung beeinflusst – Tiere, Menschen und Natur gleichermaßen“, so Bar Caspi. „Wir beeinflussen die Welt absichtlich, aber auch unbewusst, wobei wir viel Leid verursachen und das häufig nicht einmal bemerken. Das passiert ständig und überall. Wir müssen uns dessen bewusst sein und auf unsere Handlungen und Entscheidungen achten. Menschen können schrecklich sein. Wir müssen intelligent sein, wenn es darum geht, wie wir uns verhalten.“

In diesem Ansinnen sind die Musiker vereint: „Es fühlt sich so an, als hätten wir mit WALKWAYS einen Weg begonnen, der sehr unterschiedliche Menschen langsam zusammenbringt. Wir entwickelten uns im Verlauf der gemeinsamen Arbeit. Jeder Song


führt uns an einen neuen Ort. Die Texte bringen uns dazu, über Themen zu sprechen und zu diskutieren – über Persönliches, aber auch Ideologisches. So lernen wir uns noch besser kennen. Unser Sound entwickelte sich ganz von selbst und hat uns manchmal zu Songs zurück geführt, von denen wir dachten, sie seien schon fertig, nur, um sie mit neuer Sichtweise wieder aufzugreifen und ein Upgrade zu geben. Der ganze Prozess war eine kontinuierliche Lektion.“ Die Alternative-Metaller sind schlicht ihren Gefühlen und ihrer Intention gefolgt: „Die einzige Maßgabe beim Schreiben war es, dass Texte und Musik eine echte Verbindung herausbilden und dass alle Lieder aufrichtig klingen sollten“, rekapitulier der Gitarrist. „Beim Kochen kann man aus einer Kombination von Süßem, Saurem und salzigem Bitter mit verschiedenen Texturen und Temperaturen viele unterschiedliche Geschmäcker kreieren. Die Musik ist in ihren Möglichkeiten auf eine ähnliche Art und Weise endlos. Die Technologie entwickelt sich ständig weiter und gibt uns neue Klänge oder Instrumente, die sich mit klassischen Klängen und Instrumenten kombinieren lassen. Wir wachsen als Spezies und verändern uns, wodurch neue Emotionen und Erfahrungen erwachsen, die uns neue Träume oder Ängste bescheren.“

Für WALKWAYS ist die genutzte Stil-Vielfalt und -Breite dabei kein Selbstzweck: „Wir haben dieses Album nicht in der Absicht geschrieben, musikalische Grenzen auf Biegen und Brechen zu überschreiten“, stellt Bar Caspi klar. „Alles, was wir im Hinterkopf hatten, war es, von unserem ersten Album zu lernen und es besser zu machen. Wir haben einen besseren Sound, ein besseres Songwriting und eine bessere Produktion angestrebt, aber auch neue Ideen und Texte ausprobiert. Der Hauptunterschied zwischen „Bleed Out, Heal Out“ und „Safe In Sound“ besteht für mich darin, dass wir mehr darüber nachgedacht haben, wie das Resultat klingen sollte und welche technischen Elemente wir brauchen, um dieses Ergebnis zu erreichen. Das steht im direkten Gegensatz zur Arbeit an unserem Debüt, bei dem alles instinktiv war und wir das genommen haben, was sich ergab. Wenn wir heute der Meinung sind, dass ein Song völlig ruhig und sanft sein sollte – wie beispielsweise ,Unbearable Days‘ –, dann gehen wir diesen Weg und blockieren diese Option nicht, nur weil die anderen Songs des Albums einen anderen Weg einschlagen. Die Energie und Emotionen hinter jedem Stück sind anders gelagert. Im Mixing-Prozess versuchen wir, den sehr unterschiedlichen Songs einen ähnlichen Sound zu geben, weil sie auf dem gleichen Album zu finden sind.“

 
 Links:
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