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Xile

Storie von: arne, am 02.06.2020 ]

EIN VERDAMMTES BIEST. Die Einstands-EP der Neuseeländer, „Grafton“, hat reichlich Aufmerksamkeit auf sich gezogen. XILE haben die Gunst der Stunde genutzt und international heftig getourt. Nun will es das Quintett mit seinem Debüt-Album „I Am Your God“ so richtig wissen und inszeniert toughe, rabiate Nummern zwischen Beatdown- und Metal-Hardcore.

 
„Die Resonanz auf die erste Single ,World Demise‘ war schon einmal geradezu erstaunlich“, freut sich Frontmann Luke Manson. „Es ist ein aufregendes Gefühl, endlich alles für die Veröffentlichung des Albums vorbereitet zu haben, denn die Songs der EP spielen wir ja schon eine ganze Weile live. Ich kann es kaum noch erwarten, bis alle dieses Album hören können.“ XILE präsentieren sich in jeder Hinsicht verdichtet, zwingend und selbstbewusst: „Ich habe gelernt, an mich selbst zu glauben und selbst dann voran zu kommen, wenn niemand an mich glaubt“, gibt sich der Musiker bescheiden „Inzwischen kann ich loslassen und dem nachjagen, was mir wichtig ist. Vielleicht wird diese Band nie so richtig durchstarten und groß werden, doch unsere Leidenschaft und unser Antrieb für diese Musik erschaffen ein verdammtes Biest. Wir achten auf Stil-verwandte Bands und versuchen, zu verstehen, weshalb sie erfolgreich sind, um von ihnen zu lernen. Wir erwarten jedoch nicht, dass uns irgendetwas einfach so in den Schoß fällt, sondern bleiben bodenständig und konzentrieren uns auf unsere Ziele.“

Musikalisch ist Luke sowohl durch lokale Helden als auch einschlägige Größen geprägt: „Mein Lokalmatador ist ein Sänger namens Wadzy aus der Generation der Hardcore-Bands, die schon vor mir aktiv gewesen ist. Sein Gesangsstil war stets hart und schnell. Seine Texte besitzen Fluss und Stil. Und seine Bühnenpräsenz war „unfuckwithable“. Dazu, und das verbindet uns noch mehr, schrieb er auch die Musik seiner Bands. Später waren wir dann eine Zeit lang zusammen bei THE BURIAL und sind gute Freunde geworden. In all meinen Jahren auf Tour habe ich nie wieder jemanden getroffen, der die Dinge so wie Wadzy angeht. Also versuche ich, sein Erbe des „Kiwi-Stils“ weiter zu tragen. Sehr wichtig für mich sind zudem SLAYER und ihr ganzes Ethos, über Jahrzehnte kompromisslos zu sein und ihrer Vorstellung ihres Sounds treu zu bleiben. Sie sind vor niemandem eingeknickt. Tom‘s unerbittlicher Flow inspiriert mich bis heute. Ich sabbere, wenn ich an Jeff‘s und Kerry‘s Gitarren auch nur denke. Und Lombardos Schlagzeug-Videos schaue ich mir immer mit der Frage an, was noch alles möglich wäre, wenn er ein leibhaftiger Gott wäre.“ Im Kontext von XILE kommt demnach eine Menge zusammen:

„Von Haus aus bin ich Metal-Fan, doch von jeher auch mit Hardcore-Kids befreundet“, so Luke. „Ich bin mit Metal und metallischem Hardcore aufgewachsen. Vor dem Schreiben von „I Am Your God“ war ich mental auf einem riesigen Death Metal- und Euro-Beatdown-Gelage. In meinem Kopf gab es sogar Ideen, die ich nicht extrahieren konnte. Hauptsächlich deshalb, weil ich nicht über das technische Know-how verfüge, sie umzusetzen. Vielleicht ja dann auf dem nächsten Album.“ Was die Neuseeländer selbst als „Hard with Style ... Kiwi Hardstyle“ bezeichnen, meint eine Mischung aus – man ahnt es – Hardcore und Metal mit Slam-Grooves und tougher Attit


üde, die auffällt: „Für mich hängt das mit den Kiwi-Elementen zusammen“, zeigt sich Luke überzeugt. „Wir haben unsere Einflüsse, Bands und Stile, die uns bewegen, übernommen und den Kiwi-Faktor hinzugefügt. Es ist schwer zu erklären. Die lokale Szene in Neuseeland war schon immer hart und schnell orientiert. Unsere Erfolge würde ich zudem unserer harten Arbeitsmoral zuschreiben. Wir legen Wert darauf, auf der Bühne und Straße immer 100 Prozent zu geben und keine Abkürzungen zu nutzen. Wir gehen stets die volle Distanz. Ich denke, dass zahlt sich aus und deshalb wollen die Leute mehr von uns sehen. Unser Lebensstil mit JDM-Autos und Fitnesskultur polarisiert in unserer lokalen Szene. Mit Blick auf die Hardcore-Werte, die wir leben, spiele ich ein deutliches „Fuck You“ an unsere Kritiker zurück. Unsere Musik ist für alle da.“

…und das schon von Beginn an: „Lee (Waddingham – Bassist) und ich haben XILE gestartet, um eine Lücke in uns selbst und der damaligen Hardcore-Szene zu füllen“, erinnert der Shouter. „Diesen Ansatz haben wir mit der „Grafton EP“ verfolgt. Meine vorherige Band war zum Stillstand gekommen und meine Hände konnten nicht lange untätig bleiben. Mir hat die Aggression gefehlt. Zunächst ging es uns nur um ein paar verrückte Drums und Slams, mehr Chaos und weniger Konformität. In den frühen Tagen habe ich noch Gitarre gespielt, während wir verschiedene Sänger ausprobiert haben. Doch niemand war bereit, schnell zu singen, oder mutig genug, um mit seinen Texten Grenzen zu überwinden. Deshalb trat ich dann zum ersten Mal ans Mikrofon. Das Ziel war immer, den Kiwi-Stil zu verbreiten, auf den wir als Neuseeländer so stolz sind. Der Traum, international zu touren sowie neue Orte und neue Kulturen kennenzulernen, an die ich im Urlaub vielleicht nie reisen würde, war für mich ebenfalls schon immer eine große Motivation.“

Nachdem die EP so gut angekommen war, galt es, den Sound von XILE zu entwickeln und zu schärfen: „Es gab mit Sicherheit Druck“, bestätigt der Musiker. „Gerade, wenn man der einzige Songwriter ist. Die Überwindung von Selbstzweifeln war eine große Hürde. Die Erwartungen meiner Kollegen haben mich manchmal fast gelähmt. Deshalb habe ich mir überschaubare Zwischenziele gesetzt. Selbst, wenn nicht alles perfekt war, war ich doch zufrieden, wenn ich sie erreicht habe. Die gesamte Vorproduktion habe ich auf GarageBand vorbereitet, um im Studio keine Zeit zu verschwenden. Für meine Jams habe ich mir einen lokalen Schlagzeuger in den Proberaum geholt und mit ihm gearbeitet. Gemeinsam haben wir ausprobiert, wie sich alles anfühlt und was live funktioniert. Dann ging es ins Sledgehammer Studio, wo wir zwei Wochen lang die Instrumente aufgenommen haben. Nachts habe ich auf der Couch des Produzenten geschlafen. Es war eine anstrengende Reise voller Blut, Schweiß, Geld und Tränen. Ich bin froh, dass es vorbei ist, möchte diese Zeit aber nicht missen.“

 
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