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Wolfpack

Storie von: arne, am 14.11.2020 ]

Der Sound von WOLFPACK ist schon immer aggressiv, düster und destruktiv gewesen. Auf ihrer neuen MCD „A.D.“ verändern die Franzosen den Bezugs- und Wirkungsrahmen ihres Spiels merklich. Die Mischung aus Industrial-Metal, Noise und Düster-Hardcore klingt im ersten Moment ungewohnt, verströmt aber sofort einen besonderen Reiz.

 
In der musikalischen Kurskorrektur drücken sich geänderte Prioritäten, aber auch personelle Wechsel, aus: „Was die Band-Konzeption anbelangt, haben wir es einst ohne Ambitionen begonnen, nur so zum Spaß. Damals waren wir nicht mehr als unerfahrene Kinder. Wir hatten weder Kontakte noch Erfahrungen aus anderen Bands und haben wirklich bei null angefangen. Wir haben das alles nicht so ernst genommen und einen rauen Start hingelegt. Heute sind nur noch zwei der ursprünglichen Mitglieder übrig. Später wollten wir dann zeigen, dass wir gute Musik machen und hart arbeiten können. Das bedeutet jedoch nicht notwendigerweise kommerziellen Erfolg. Dies ist für uns ein neues Ziel, das mit der neuen Art unserer Musik einhergeht. Für uns ist es also eine doppelte Herausforderung, doch wir fühlen uns zuversichtlich. Wir wissen, worauf wir uns einlassen und wofür wir so hart arbeiten. Wir sind auf den Geschmack gekommen und haben jetzt eine starke Aufstellung. Wir kennen uns seit langem. WOLFPACK ist eine Freundschaftsgeschichte. Natürlich braucht alles seine Zeit, aber wir werden versuchen, weiter aufzusteigen.“

Der adjustierte Sound des Quintetts aus Paris birgt ein breiteres Identifikationspotenzial, ist aufgrund der drastischen Veränderung aber nicht ohne Risiko: „Es mag nach einem Klischee klingen, doch „A.D.“ ist für mich das Beste, was wir bislang abgeliefert haben. Zum ersten Mal nach unserem Demo und den beiden Alben fühle ich mich mit unserer Musik zu einhundert Prozent verbunden. Dabei haben wir lediglich versucht, all unsere Einflüsse einzubringen, ohne darüber nachzudenken, aus welcher Szene sie stammen. Wir schätzen die Bands, die Hardcore, NuMetal und Industrial miteinander verschmelzen und dadurch Grenzen überschreiten. So etwas tun wir auch. Meine Erwartung ist es, dass wir nicht länger nur als Beatdown Hardcore-Band betrachtet werden, was wir für mich ohnehin schon lange nicht mehr sind. Ich hoffe, dass die Leute uns aufgeschlossen begegnen. Wenn ich unseren alten Fans einen Rat geben darf, wäre das, „A.D.“ unvoreingenommen zu hören, ohne dabei an unsere Vergangenheit zu denken. Dann werden sie es wahrscheinlich mögen.“

Die destruktive Ästhetik der neuen WOLFPACK entspinnt sich irgendwo zwischen Code Orange, Jesus Piece, Godflesh und Fear Factory. Die fünf Tracks der MCD fallen schwer verdaulich und verdammt düster aus: „Was man auf „A.D.“ hört, wollten wir schon lange umsetzen, ohne bislang zu wissen, wie es geht. „Loathe“ hat uns zuletzt in vielerlei Hinsicht getestet. „A.D.“ ist ein zweiter Atemzug, als wenn die Band wiederbelebt worden wäre. Es ist voller Wut. Es ist schneller und dynamischer. Wir verwenden für die


Gitarren mehr Effekte und auch verschiedene Arten von Stimmen und wollen den Hörern für 20 Minuten keine Zeit zum Atmen lassen.“ Dieses Ziel haben die Franzosen erreicht, wenn auch nicht alleine: „Die Produktion war sehr wichtig. Dieses Mal haben wir mit einem Freund zusammengearbeitet, der, wenn er an einer Platte arbeitet, sich so reinhängt, als wäre er ein Teil der Band. Wir haben sehr viele Ratschläge von ihm bekommen. Er hat unserer Musik die neue Klangfarbe gegeben, die wir ohne ihn nicht erreicht hätten.“

WOLFPACK präsentieren sich aber nicht nur Sound-seitig verändert: „Wie du vielleicht auf dem Cover gesehen hast, haben wir auch unser Logo geändert. Darin drückt sich ebenfalls aus, dass wir ein Kapitel geschlossen haben, um ein neues zu beginnen. Ich hoffe, dass uns alte und neue Fans auf unserer Reise folgen. Betrachtet und hört unsere Band nicht einfach nur als das, was ihr zu wissen glaubt. Bleibt für neue Eindrücke und Perspektiven offen, denn es geht um mehr als nur einen Musik-Stil.“ Der Stellenwert der MCD für die weitere Entwicklung der Band-Karriere lässt sich gegenwärtig noch nicht abschätzen: „Die Zeit wird es zeigen, aber dies könnte für uns eine Wende bedeuten. „A.D.“ ist gerade auch deshalb eine MCD, weil wir einen neuen Anfang hinlegen wollten. Die MCD ist eine Visitenkarte, die den Leuten zeigt, was mit uns in Zukunft passieren wird. Außerdem wollten wir mit jedem einzelnen Song mehr Zeit verbringen, um unser Bestes zu geben, ohne ein weiteres Jahr auf die Veröffentlichung zu warten.“

Obwohl alles anders und neuartig klingt, hat sich für WOLFPACK in der kreativen Arbeit gar nicht so viel verändert: „Wenn es um meine musikalischen Vorlieben geht, liebe ich die Leute, die beständig experimentieren, hart arbeiten und sich selbst übertreffen. Sie inspirieren mich. Ich mag die Bands, die dasselbe Album nicht zwei Mal machen. Das muss nicht immer gut sein, aber es ist Kunst. Und die Kunst verdient es, dass man für sie Risiken eingeht. Es gibt keine Gesetze oder Gleichungen, um etwas Gutes zu schaffen. Jedem Künstler stehen alle Möglichkeiten offen. Noch vor ein paar Jahren hätte ich dir gesagt, dass ich ein Hardcore-Kid oder Metal-Head bin, aber heute nicht mehr. Scheiß drauf. Ich bin nur ein Typ, der Musik spielt. Wir sind eine Band, die von Metal-Heads als Hardcore-Band und von Hardcore-Kids als Metal-Band betrachtet wird. Das beweist mir nur, dass jeder es so sieht, wie er es subjektiv für richtig erachtet. Für mich aber ist nichts damit vergleichbar, eine Menschenmenge zu begeistern, die uns weder kennt noch die ist, die uns eigentlich mögen sollte, wenn es nach Äußerungen oder Erwartungen geht.“

 
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