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Sworn Enemy

Storie von: arne, am 21.12.2003 ]

Kürzlich waren Sworn Enemy im Rahmen der Resistance Tour live in Europa unterwegs. Nachdem die New Yorker ihre ersten MCDs auf Stillborn veröffentlicht hatten, kam der erste Longplayer “As Real As It Gets“ in diesem Jahr über den Major Elektra. Nicht schlecht für die junge Tough-Guy-Bollo-Band, die einen recht offenen Sound fährt und sich nicht allein auf Slayer-MetalCore und Dicke-Hosen-Image beschränkt.

 
Im Backstage der Berliner Columbia- Halle sprach ich kurz vor ihrem Live-Set mit Gitarrist Lorenzo, Drummer Pauli und Gitarrist Mike. Das Resümee der ersten Europa-Erfahrungen fiel denkbar positiv aus: „Wir mögen es sehr und werden möglichst bald zurückkommen. Es ist viel besser hier zu touren. Man wird gut behandelt, hat etwas zu essen, Wasser und Bier so viel man will. Alle sind sehr ehrlich und es gibt eigentlich gar keine Probleme.“

Auch die Idee der Resistance-Tour stieß bei den Jungs durchweg auf Zustimmung und Sworn Enemy selbst wurden überall gut aufgenommen: „Es könnte nicht besser laufen. Wir sind zum ersten Mal hier und haben gleich einen eigenen Bus. Das hatten wir nicht erwartet, gerade nicht bei einer Tour dieser Dimension. Das ist cool. Die Idee der Tour ist fantastisch. Selbst in den Staaten gibt es so etwas nicht. Jede Band ist gut und stilistisch unterscheiden sich alle ein wenig. Nichts klingt gleich und die Leute mögen das. Wir hatten eigentlich keine großen Erwartungen, wollten einfach ein gute Zeit haben, viel Bier trinken und verrückte Shows spielen. Genau das tun wir derzeit.“

Vor der Tour gab es für die New Yorker dabei kaum direkte Resonanz: „Feedback aus Europa gab es kaum und deshalb sind wir nun hier. Unsere alten Releases wurden hier bislang auch nicht vertrieben. Das hat sich erst mit der neuen Platte geändert.“ Auf die Tour kam die Band übrigens durch einen glücklichen Zufall. „Mark von M.A.D. hat Jamey von Hatebreed angerufen und nach einer Band gefragt und so kamen wir ins Spiel. Wir sind der Ersatz für Roger Miret & The Disasters, die nicht spielen konnten. Das war unsere Chance und nun sind wir hier.“

Zurück zum Label Elektra, das im ersten Moment vielleicht ein wenig wundert, hat dieses doch sonst nur große und mainstreamige Acts im Programm. Die Jungs sind aber voll zufrieden: „Das Label macht einen super Job. Wir wurden sogar am Flughafen in so einem kleinen Laden verkauft. Mehr geht doch nicht und noch vor einem Jahr wäre das für uns unvorstellbar gewesen. Wir haben bewusst auf Elektra unterschrieben, das ist unser Label, das sich um alle Belange in bezug auf die Band kümmert.“

Der Sworn Enemy- Stil ist schnell in Worte gefasst, denn: „Wir sind schnell, geradlinig und heavy. Ich spreche gerne von Street-Metal, denn als das verstehe ich uns. Das gefällt mir.“ Die Band ist dabei eine feste Gemeinschaft und hartes Ausdrucksventil: „Wir sind einfach ein Haufen Freunde, die zusammen harte Musik spielen und eine Menge Spaß haben. Wir sind unsere eigene kleine Hardcore-Familie. Anderen scheint unser Stil gut zu gefallen, denn wir bekommen viel positives Feedback und sind darüber sehr glücklich.“ Ein besonderes Augenmerk gibt es bei der eigenen Songerstellung jedoch nicht:

„Wenn wir Musik schreiben, versuchen wir einfach unseren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Das spüren die Leute und gehen darauf ab. Man hört bei uns eine Mischung aus Hatebreed, Madball und Slayer. Eben diese Mischung


wollen wir haben, denn aggressiver rund explosiver geht es nicht. Das ist unsere Basis, von der aus wir unseren eigenen Stil entwickeln. Uns ist ein gesunder Fluss wichtig und alles muss sich natürlich und interessant anhören.“ Tut’s auch, wenn man „As Real As It Gets“ als Basis nimmt. Live sind Sworn Enemy auch eine Bank, was sie eindrucksvoll unter Beweis stellten. Eigentlich keine große Überraschung, denn die Jungs sind permanent auf Tour: „Im letzten Jahr waren es über 200 Shows. Motivationsprobleme hatten wir bislang nicht. Auch nach dieser langen Zeit auf Tour, sind wir alle glücklich und wollen nichts anderes.“

Langsam wird es Zeit an die nächste Platte zu denken und mit der Arbeit dafür zu beginnen: „Bislang stehen lediglich Ideen in unseren Köpfen und eine Handvoll Riffs. Wenn wir nach dieser Tour wieder zu Hause sind, wollen wir einen Monat lang so eine Art Pre-Produktion für die nächste Platte hinlegen.“ Klingt doch nach einer sehr professionellen Einstellung zum eigenen Tun, aber vielleicht kommt das auch zur großen Nähe zu den Metal-Bands. So spielten Sworn Enemy kürzlich eine Support-Tour für Arch Enemy: „Gerade in den Staaten spielen wir fast ausschließlich Metal-Shows, eher wenige Hardcore-Shows. Die Metal-Kids fahren vor allem auf unsere schnellen harten Passagen ab. Sie drehen dann oft total durch. Natürlich mag uns nicht jeder, aber dennoch können wir oft die Mehrheit des Publikums überzeugen.“

Die eigene Ausrichtung ist aber keinesfalls Metal und Sworn Enemy haben ein großes Anliegen: „Wir wollen Crossover sein und eine Brücke zwischen Metal und Hardcore sein. Das klappt auch, wir ziehen sowohl Kids mit Cro-Mags- Shirts, als auch Kids Slipknot- Shirts oder Iron Maiden- Shirts. Das macht uns stolz, denn man scheint etwas richtig zu machen, wenn so verschiedene Leute dich mögen. Selbst, wenn dich auf jeder Show nur zehn Leute mögen, zahlt sich das nach einer Weile aus, denn das macht die Runde und man wächst.“

Eben, und langfristig wird sich das auszahlen, wenn die Band beisammen bleibt. Für Europa sieht der Plan ähnlich aus: „Zunächst geht es uns um den Respekt der Kids. Wir geben immer unser Bestes und möchten dafür respektiert werden. Wie bzw. ob das auch hier in Europa gut klappt, können wir derzeit nicht sagen. Wir werden alleine zurück kommen und schauen, ob wir als Headliner funktionieren. Wahrscheinlich wird die Tour in den Juni fallen, denn wir wollen auch die großen Festivals mitnehmen, um möglichst viele Leute zu erreichen und uns vor zu stellen.“ Auch die eigenen Ziel halten die New Yorker auf kleinem Level, was ich persönlich sehr sympathisch finde:

„Es geht uns darum, von Beginn an als Sworn Enemy erkannt zu werden, auch wenn wir einen Crossover- Mix spielen. Mit unseren nächsten Platten wird sich eine solche Identität sicher noch deutlicher entwickeln. Wir werden definitiv besser werden und mit jeder neuen Platte das nächste Level erreichen. Das ist unser Ziel.“

 
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