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Hatebreed

Storie von: Timo Fielker (in Stuttgart) & arne (am Telefon, am 02.07.2004 ]

Hatebreed sind zweifellos eine der bekanntesten Hardcore-Bands des Planeten und nicht nur live immer eine Bank. Es hat lange gedauert, bis sie in Support ihres „The Rise Of Brutality“ endlich auch nach Europa kamen, aber nun sind sie pünktlich zu den Sommer-Festivals da.

 
Am 24.06.2004 traf Timo Fielker Frontmann Jamey Jasta in Süddeutschland:

Als ich am Club Universum in Stuttgart-Vaihingen so gegen 17:00 Uhr ankam, konnte ich noch keinen Tourbus oder ähnliches erblicken. Meine Vermutung wurde dann auch gleich vom Universumpersonal bestätigt – die Band war noch nicht da und befand sich auf der Autobahn irgendwo bei Zürich, da sie am Vortag in Rom spielten.. Somit wurde ich auf 20:00 Uhr vertröstet. Der Tourmanager „Sully“ und der Rest der Band sind sichtlich gestresst und so findet das Interview nach der Show statt. Welche vor einem gut vollgestopften Universum ein absoluter Hammer war. So traf ich mich nach der Show mit Sänger Jamey Jasta in einem eher kaputten Zustand:

Zu aller erst, wie läuft die Tour und wie viel Shows habt ihr schon gespielt?
Jamey: Die Tour läuft super, wir haben bisher 21 Shows sehr gut besuchte Shows gespielt und wir haben viel Spaß.(trinkt sein Bier leer und grinst)

Ihr habt gestern in Rom gerockt?
Jamey: Yeah!

Wie sind die Fans dort? Gibt es eine Hardcore-Szene in Italien?
Jamey: Es war richtig gut, die Leute dort gingen gut ab und hatten eine gute Zeit es gibt definitiv eine Hardcore-Szene! Wir haben drei Shows in Italien gespielt in Padova, Mailand und Rom. War eine lange Fahrt nach Stuttgart!

Hast du außer der Autobahn was von Stuttgart oder Deutschland gesehen?
Jamey: Nein nicht wirklich, nicht auf dieser Tour. Bei der letzten hatten wir mehr Zeit und ich hab mir ein paar Sehenswürdigkeiten angeschaut...

Themawechsel: Was hat sich bei euch musikalisch und persönlich seit eurem ersten Release „Under the knife“ geändert?
Jamey: Oh, nicht viel. Wir tun noch immer das was wir schon immer getan haben, haben sozusagen noch immer die gleiche Formel. Das aktuelle Line-up besteht jetzt seit zwei Alben das sind mittlerweile drei Jahre. Beattie (Bass) und ich sind aus dem originalen gründungs Line-up, aber das aktuelle ist das absolut beste! Wir stehen alle hinter der Band! Wir sind klar noch mit unseren alten Mitgliedern gut befreundet und in Kontakt, es gibt also kein böses Blut zwischen uns.

Ihr habt eine sehr intensive, anstrengende und fanbezogene Show! Was ich da grad gesehen habe war der Hammer!
Jamey: Yeah, vielen dank! Wir waren 17 Stunden lang unterwegs und als wir ankamen war ich noch am pennen, Sean (Gitarre) weckte mich und sagte:“ hey, in ner halben Stunde sind wir auf der Bühne!“ und ich war so am Arsch! Aber es war cool, wir haben glaub 1,5 Stunden lang gespielt, war ein gutes Set.

Würdest du sagen dass es heute einen großen Unterschied zwischen Metal und Hardcore gibt oder ist es nur noch eine schmale Linie?
Jamey: Gute Frage...(überlegt)...was die Fans angeht, kann ich sagen dass wir Metalfans und Hardcorefans haben es kommen auch Skinheads und Punk-Kids zu Konzerten, was die Musik an sich angeht, da achte ich nicht wirklich drauf. Wir spielen einfach unsere Mucke!

So viele Menschen sehen dich als ihren Bruder an, fühlen sich bestätigt durch deine Texte. Wie gehst du damit um?
Jamey: That´s so great! Es war schon immer das Größte für mich meine Gefühle und meine Aggression durch meine Musik zum Ausdruck zu bringen. Sie gibt mir die Möglichkeit dass auf der ganzen Welt zu tun. Und ich bin sehr dankbar, denn ich bin als Kind durch die Hölle gegangen und hatte viele Probleme und durch die Musik kann ich das alles rauslassen. Und es ist eine große Ehre für mich wenn ich jeden Abend diese Kids sehe die diese Texte mitsingen! Sogar in Ländern in denen nicht wirklich viel englisch gesprochen wird. Musik ist das Wichtigste!

Danke! Was sind deine wichtigsten musikalischen Einflüsse?
Jamey: Sepultura, Slayer, Agnostic Front, Cro-Mags..

Wie ich sehe habt ihr die Plattenfirma gewechselt, von Universal zu Roadrunner?
Jamey: Ja, Roadrunner hat die Rechte an der neuen Platte „the rise of brutality“ bekommen und vielleicht wird es ein Re-Release von „perserverance“ geben.

Warum Roadrunner?
Jamey: Sie haben einfach eine bessere und größere Idee was den Vertrieb angeht, wir hatten jetzt kein Problem mit Universal es geht ausschließlich um den Vertrieb.

Habt ihr noch immer Kontakt zu Victory-Records?
Jamey: Nein, wir haben seit 2001 nichts mehr mit ihnen zu tun!

Garnichts mehr?
Jamey: Nein.

Ist es wahr, dass ihr mit Metallica spielen wollt?
Jamey: Haben wir bereits schon zweimal. Wir haben einen Gig in einem riesen Stadion in Jersey zusammen gerockt. War echt der Hammer, echt nette Jungs! Sie haben unseren Drummer (Matt Byrne) gefragt ob er nicht Bock hätte ein paar Songs von ihnen zu spielen, da war auch Dave Lombardo von Slayer auf der Bühne, aber Matt konnte die Songs

nicht...(lacht) In Kürze wird euer neues Video von „live for this“ erscheinen. Hast du fertige Video schon gesehen?
Jamey: Das Video kommt in zwei Wochen


raus, ich habe bisher nur eine Rough-Version gesehen, wird aber gut!

Weißt du das „I will be heard“ in ganz Deutschland ein Clubhit ist?
Jamey: Yeah! Ich war in einem Club in Köln und hatte keine Ahnung, die Leute dort haben mich gleich umsonst reingelassen und mich mit Drinks zugeschüttet. Dann haben sie den Song gespielt und der ganze Laden war am ausrasten, wow war das ein Gefühl! Vielleicht sollten wir eine deutsche Version von dem Song machen, das sind wir wirklich gefragt worden. (lacht)

Ihr werdet einige Shows mit Slipknot spielen, magst du Slipknot?
Jamey: Ja, das wird eine Co-Headliner-Tour. Ich mag Slipknot, das sind alte Freunde von uns. Bevor sie als Slipknot unterwegs waren spielten sie in anderen Bands und wir rockten damals schon zusammen.

Wie sehen eure Zukunftspläne aus?

Jamey: Das tun was wir schon seit Jahren tun, Musik machen!

Einige Tage später hatte ich, arne, dann den sympathischen Frontmann am Telefon und ließ mir erst einmal erzählen, warum Hatebreed so lange damit gewartet haben, wieder nach Europa zu kommen: „Natürlich sind wir gerne in Europa unterwegs, die Shows laufen gut und wir freuen uns, wieder hier zu sein. Vielleicht haben wir uns nach der neuen Platte wirklich ein wenig zu viel Zeit gelassen, um hierher zu kommen, aber jetzt sind wir da. Roadrunner hat einen tollen Job geleistet und die Leute nehmen uns fantastisch auf. Es lief in den Staaten einfach so gut, dass wir einfach weiter tourten.“

Dabei ist es eher ein Zufall, dass die Band gerade zu den Sommerfestivals bei uns auftaucht: „Die ersten Festivals haben wir im letzten Jahr gespielt und die waren sehr erfolgreich. Dieses Jahr spielen wir noch mehr und sogar einige mit als Headliner. Es läuft sehr gut für uns, aber wir sind nicht deswegen hier, schnell möglichst viele Leute abzuhaken.“ Dennoch fühlt sich Jamey auf den größeren Events richtig wohl: „Diesmal bevorzuge ich die größeren Festivals, denn so habe ich die Zeit, viele Bands zu sehen und nebenher auch ein wenig Freizeit zu haben. Wenn man allein Club-Shows spielt, hängt man den Großteil des Tages nur rum und kann nichts machen. Auf den Festivals laufe ich herum, treffe Leute und andere Bands, schaue mir die Shows an, genieße einfach die Events. Das muss auch von Zeit zu Zeit sein.“

Eben, und so bleibt für die Musiker auch genug Zeit, mit Freunden abzuhängen bzw. alte Helden mal wieder live zu sehen: „In diesem Jahr spielen wir vor allem mit Bands, die wir bereits in den letzten Jahren kennen gelernt haben wie Born From Pain, Maroon und Bands, die wir von zu Hause kennen wie Sworn Enemy. Auf den Festivals sieht man darüber hinaus auch Gruppen, die man nicht so oft sieht und die mir zum Teil viel bedeuten. Gestern waren das etwa Exodus und Cannibal Corpse und das war toll. Ich genieße es richtig, die Sets zu sehen und dann mit den Bands abzuhängen. Es macht richtig Spaß.“

Im letzten Jahr hatte Jamey in verschiedenen Interviews die deutschen Deadsoil als eine der vielversprechendsten Bands im weltweiten Hardcore-Zirkus herausgestellt. Mich interessierten die Hintergründe: „Ich habe damals Boris getroffen, den ich noch von Copykill kannte. Er gab mir ihre CD auf unserer Tour mit Throwdown und wir haben sie dann im Bus gehört. Das tolle an der CD war, dass man sie problemlos mehrere Male hintereinander hören konnte und sie sich nicht abnutze. Das mochte ich, denn so etwas ist heutzutage selten.“

Grundlegend sieht Jamey die Entwicklung im Hardcore-Sektor der letzten Zeit aber positiv: „Ich vermisse sicherlich den Unity-Gedanken und wäre froh, wenn einige Bands aufgeschlossener wären, aber grundlegend läuft alles eigentlich sehr gut für die Hardcore-Szene. Es ist doch toll, wenn Bands eine Karriere mit dem starten können, was sie lieben, und musikalisch dabei immer besser werden. Qualitativ hat sich in den letzten Jahren viel getan. Hardcore ist eine universelle Geschichte und in den verschiedenen Stile finde ich unterschiedliche Aspekte, die mich ansprechen. Dabei ist mir egal, ob eine Band eher auf ihre Texte Wert legt oder aber auf die technische Komponente. Das muss man im Einzelfall abwägen und so lange eine Band ihre Fans erreicht, macht sie etwas richtig. Letztlich geht es doch um die Kommunikation zu den Leuten, so ist es auch bei uns.“

An Zielen für die eigene Zukunft mangelt es Hatebreed natürlich nicht: „Wir wollen noch viel flächendeckender durch Europa touren, nach Süd-Amerika gehen und hoffentlich auch nach Japan, Australien und Neuseeland.“ Na und irgendwann kommt dann ja sicherlich der nächste Longplayer: „An einer neuen Platte wollen wir erst nächstes Jahr arbeiten. Bislang steht noch kein einziger, sehr gibt allein Ideen, an denen gearbeitet werden muss. Das neue Album wird definitiv noch brutaler werden, zugleich aber auch noch abwechslungsreicher. Es wird schnelle Punk-Parts geben, tiefe Death-Metal-Vocals, fette Death-Breakdowns – es wird sehr abwechslungsreich, wartet es ab.“

 
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