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Zeromancer

Storie von: arne, am 14.02.2002 ]

Die norwegisch-amerikanische Formation ZEROMANCER hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits zwei Alben auf EastWest veröffentlicht. Unter dem Stern des Gothic-Pop-Rock erschien zunächst das vielbeachtete Debut "Clone Your Lover", dem Ende letzten Jahres das Konzeptalbum "Eurotrash" folgte.

 
Die Band, in deren Reihen sich drei Musiker der legendären Seigmen wiederfinden, hat mit ihrem Zweitwerk den eigenen Schwerpunkt noch deutlicher in Richtung Rock verlagert und beweist einmal mehr ihr untrügliches Gespür für wunderschöne Melodien. Ähnlich den vorangegangen Seigmen werden die Songs der Gruppe vom charismatischen Gesang von Frontmann Alex Moklebust geprägt, den ich vor dem letzten Berlin-Gig der Band kurz im Backstage sprach.

Beschäftigt man sich ein wenig intensiver mit dem aktuellen Album der Formation, fällt schnell auf, dass sich ein zutiefst ironisches Konzept dahinter verbirgt. Die absolute Zuspitzung ist der, in der limitierten CD-Version enthaltende Kalender: "Als unser Label nach einem Arbeitstitel fragte, sagten wir spontan "Eurotrash" und sie dachten, es wäre ein Witz. Zunächst nahmen wir das auch nicht unbedingt ernst, aber mit der Zeit haben wir alles unter dem Blickwinkel "Eurotrash" gesehen. Wir versuchen immer ein Konzept zu schaffen. Alles soll in Verbindung zueinander stehen; das Album, die Songs, das Artwork, das Video, einfach alles."

Auch das "Send Me An Angel"- Cover kam auf ähnlichem Weg zustande: "Wir haben dann rumgealbert und aus Witz den Song gecovert und zum Label gesandt. Als sich die Konzept-Idee dann verfestigte, wollten wir ihn unbedingt mit auf der Platte haben. Wir werden ihn wohl nicht live spielen, aber es hat dennoch Spaß gemacht ihn aufzunehmen." Unterstützt von ironischen bzw. bitterbösen Titeln wie "Dr.Online", "Chrome Bitch" oder auch "Neo Geisha" (die durchweg dazu auffordern bei aller technischen Entwicklung niemals die menschliche Seite aus den Augen zu verlieren) setzt man sich mit der heutigen Gesellschaft auseinander, doch auch der Kontakt/Dank mit/an den/die eigenen Fans fand seinen Weg in das Album-Konzept. Die Bilder des angesprochenen

Kalenders wurden durchweg von Fans zugeschickt: "Wir wollten uns auf diese Weise bedanken. Die Krönung ist der Dezember. Ein Fan hat aus uns eine Weihnachtskollage gebaut. Es ist ein total bescheuertes Bild und überhaupt nicht unser Stil, aber ein Fan hat es für uns getan und das ist alles, worauf es ankommt." Vor und nach meinem Interview beantwortete Alex Fan-Mails und nach seiner Auskunft beantwortet er fast alle Mails persönlich.

Der Zuspruch seitens der Fans ist enorm und ZEROMANCER können auf eine sehr diverse Fangemeinde bauen, die Alex vor allem mit dem Stil seiner Band erklärt: "Ich denke wirklich, dass es an unserem Show-Case liegt, das irgendwo zwischen Depeche Mode und Him anzusiedeln ist. Vielleicht mögen uns deshalb so viele Leute. Das ist keinesfalls beabsichtigt und wir sind definitiv nicht mit Him vergleichbar. Es kommen sowohl Black Metal- Leute als auch Pop- Fans zu unseren Shows und das mögen wir sehr. Wir selbst sehen ZEROMANCER zwischen allen Stilen und nicht limitiert. Wir können sowohl ein Metal-Festival spielen, als auch ein Goth-Festival oder auch ein Rock-Festival..."

Das weist bereits auf ein großes, musikalisches Spektrum hin: "Das größte Kompliment für uns ist, gesagt zu bekommen, dass wir nicht in eine Schublade passen. Natürlich sind wir nicht neu und spektakulär, aber es ist schön, dass wir so viele verschiedene Menschen ansprechen. Es ist doch schön, dass sie alle Spaß an unserer Musik haben."

Grundlegend soll erwähnt sein, dass die Band stark elektronisch dominiert ist, aber zugleich auch deutliche Rockgitarren einsetzt: "Wir lieben elektronische Musik, aber auch die Möglichkeiten einer Live-Band. Wir können alle Songs live umsetzen und das ist uns wichtig. Das macht es auf der anderen Seite aber auch schwerer und das fordert uns heraus..."
 
 
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