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Strung Out

Storie von: arne, am 11.11.2004 ]

Mit ihrem “Exile In Oblivion” legten Strung Out kürzlich eine verdammt starke Platte vor, die ihnen definitiv weitere Fans hinzugewinnen wird. Die Anlage der 14 Songs ist noch einmal ausgeweitet worden und so dürfte die Band aus Kalifornien Fans von New School, Emo, Melody Punk bis hin zum Metal-Lager ansprechen.

 
Die entscheidendste Weiterentwicklung ist fraglos im Songwriting geschehen, denn derart abgezockt und ausgewogen präsentierte sich die Band zuvor noch nicht. Divers in der Anlage geht es mit stetiger Schwerpunktverschiebung durch einen dynamischen und überaus eingängigen Cocktail beschwingter Songs auf gutem Drive. Das stützt der variable Gesang zusätzlich. Die Vocals werden zwar durchgängig clean gesungen, doch gibt es immer wieder kurze Schrei-Parts und kleine Growls, ohne das man das Gefühl hat, Strung Out würden auf das derzeit so populäre Schrei-Sing-Schema setzen, was die Band auch nicht tut.

Tolle Abwechslung gibt's jedoch in allen Belangen und so outet sich “Exile In Oblivion” schnell als absolute Hit-Platte. Auch die Feinheiten am Rand verstärken den durchweg positiven Eindruck weiter. Handwerklich haben Strung Out eine Menge auf Tasche, was man u.a. in den fast schon reinen Metal-Parts mit tollen Soli merkt. Durch den breiten Stilmix lassen sich die Kalifornier kaum mehr einem einzigen Genre zuordnen und genau das scheinen die Musiker auch gewollt zu haben.

Natürlich sind Punk-Elemente nach wie vor die deutlichsten Einflüsse, aber gleichermaßen überzeugend spielen Strung Out auch ihre New School-HC und Metal-Passagen. Richtig fett stechen dabei das tighte Drumming das schlichtweg erste Sahne ist, und das tolle Gitarrenspiel heraus, das für’s Punk-Segment fast schon zu versiert kommt. Die klasse Melodiebögen catchen jedenfalls von beginn an und Strung Out punkten mit “Exile In Oblivion” ordentlich.

Da wundert es kaum, dass die Jungs mit der Scheibe vollends zufrieden sind: „Wir sind ungemein glücklich über die Platte und sind überaus heiß, endlich wieder auf Tour gehen zu können. Die Leute nehmen uns herzlich auf und viele scheinen richtig durchzudrehen, dass endlich eine neue Platte von uns kommt.“ Bislang gab es auch allein positive Reaktionen: „Das Feedback ist durchweg positiv und das freut uns natürlich. Es ist eine überaus runde Scheibe geworden. Sie klingt nach Strung Out und ist doch etwas neues. Wir wollten uns selbst nicht wiederholen und uns weiterentwickeln, indem wir etwas anderes versucht haben umzusetzen.“

Die neue Crossover-Anlage der Songs hilft dabei wohl ungemein, unterschiedlichste Fan-Lager anzusprechen, doch das ist kein Zufall: „Das hoffe ich, wir selbst hören die verschiedensten Stils und das reflektiert unsere Musik, in der verschiedenste Richtungen zusammenkommen. Wenn das unterschiedliche Hörerkreise anspricht, wäre das klasse. Ich


denke auch, wir haben eine Menge zu bieten und es ist schön, dass das auch bei dir so ankommt.“ Geplant war der breite Mix dabei nur bedingt: „Uns war vor allem wichtig, einen modernen Touch mitzubringen und doch unsere Vergangenheit nicht zu leugnen. Das haben wir versucht und erfolgreich umgesetzt.“

Bei der Erstellung der Songs und der späteren Aufnahme setzten sich Strung Out dann selbst gehörig unter Druck: „Gerade im Arbeitsprozess war es spannend, weil wir ja von Beginn wussten, dass die neue Platte anders als die vorhergehenden werden würde. Das hat uns ohne Frage geholfen, möglichst nah an unsere Limits zu gehen und solch starke Songs einzuspielen. Vielleicht war es die für uns wichtigste Platte, denn wir positionieren uns hörbar neu.“

“Exile In Oblivion” ist dabei für die Band die Verarbeitung der letzten Jahre, was unweigerlich mit klaren Statements einher geht: „Grundlegend wollten wir allein all das reflektieren, was wir die letzten 2-3 Jahre erlebt haben. Darüber hinaus ist die Scheibe auch deutlich politischer ausgefallen, aber das wundert einen bei der aktuellen Weltlage und bei den Vorgängen innerhalb der USA wohl kaum.“

Wirkliche Verantwortung, als Künstler auch aktuelle Problemfelder zu kommentieren, verspüren Strung Out nicht, und doch tun sie es: „Ob wir es aufgrund einer gespürten Verantwortlichkeit tun, weiß ich nicht, aber wir nehmen die Möglichkeit unsere Sicht der Dinge mitzuteilen, gerne an. Auch wir haben nicht auf alles die Antwort, aber wir wollen doch zum Nachdenken anregen und das man das Geschehen hinterfragen soll.“

Das geht einher mit einer scheinbar flächendeckenden Rückbesinnung im amerikanischen Punk-Sektor auf die Wurzeln der Punk-Bewegung: „Viele Punk-Bands hatten sich wohl einfach von der eigentlichen Punk-Idee entfernt und einstückweit war alles zu einer Fashion-Show verkommen. Auch heute ist das nach wie vor ein Problem, aber doch ist es besser geworden und mehr und mehr Bands treten wieder offen für ihre Überzeugungen ein. Darum geht es doch letztendlich im Punk-Rock und die Leute erinnern sich wieder daran. Es scheint fast so, als ob doch mehr Leute an politischen Themen interessiert sind, als man denkt. Immerhin ist ein jeder davon betroffen und wohl auch deshalb waren solch populäre Acts auf „Rock Against Bush“ vertreten, von denen man es wohl woher nicht erwartet hätte. Das ist doch toll und auch die Reaktionen der Kids, von denen sich einige sicherlich zum ersten Mal überhaupt mit derartigem Themen beschäftigen.“

 
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