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Strife

Storie von: arne, am 10.03.2002 ]

Die Spatzen pfiffen es ja schon geraume Zeit von den Dächern: STRIFE are back! So ist es und auch, wenn sich die Kalifornier 1998 entschlossen hatten getrennte Wege zu gehen, ließ die Reunion nicht lange auf sich warten.

 
Knappe zwei Jahre existierte die einstige Straight Edge-Kombo nicht mehr, doch schon Anfang 2000 schloss man sich erneut zusammen. Anlass waren zunächst Benefit-Shows zugunsten der Familie eines verstorbenen Freundes, doch schnell wurde mehr daraus.

Die Aufnahmen vom Juli letzten Jahres erschienen Anfang 2002 unter dem Namen "Angermeans" auf Victory Records (Wo auch sonst?). STRIFE knüpfen mit ihrem dritten Studioalbum (nicht zu vergessen das '99er "Truth Through Defiance") nahtlos dort an, wo sie vor 1998 aufhörten. Inwieweit der einen oder andere davon enttäuscht ist und eventuell mehr erwartet hätte, kann ich nicht sagen. Vielleicht ist's wirklich ein bisshern wenig, aber Strife zählen mit durchaus eigenem Soundgewand zu den wenigen Gruppen, die wirklich für sich in Anspruch nehmen können eine Brücke zwischen Hardcore und Metal zu schlagen und das nicht nur wegen der Gastauftritte von Fear Factory, den Deftones und Sepultura (Mit denen man ja auch die "Roots"-Tour durch Europa spielte) des letzten Albums. Eine gewissen Nu-Metal-Nähe muss man dem neuen Werk sicherlich auch zusprechen.

Die Band um Shouter Rick Rodney ist dennoch unverkennbar STRIFE und das auch noch heute; auf der einen Seite heavy und schleppend, aber zugleich auch schnell und kompromisslos. Irgendwie haben sich die Kalifornier dennoch vom deutlich hardcorelastigen Sound früherer Tage wegbewegt. Das neue Album ist vor allem eines: verdammt fett produziert.

Kleinere Schwächen sind dennoch unüberhörbar. Rick erzählte mir am Telefon, dass die Band sowohl zeitliche als auch Budget-bedingte Engpässe zu einem annehmbaren Kompromiss führen musste, der nun "Angermeans" heißt. Das Ergebnis sei dennoch besser als ausgefallen, als es STRIFE erwartet hätten: "Unsere nächste Platte wird sicherlich noch einen Schritt weiter gehen, denn bis dahin wird sich wieder alles eingespielt haben. Wir müssen uns noch ein wenig daran gewöhnen wieder zusammen Songs zu schreiben. Auch wenn wir noch immer die gleiche Band sind, wollen wir zukünftig mehr experimentieren und uns musikalisch

nicht mehr limitieren. Gerade deshalb ist das neue Album auch derart breit gestreut und eingängiger als seine Vorgänger."

Besonders im Bereich der Percussion bietet das Drittwerk eine Menge und das nicht nur wegen des Gastauftrittes von Cypress Hill's Bobo. Generell scheinen STRIFE inzwischen mehr Wert auf die eigentliche Musik zu legen und das bekommt der Platte ausgezeichnet: "Ja, das stimmt, es ist mehr Musik auf der Platte und innerhalb dieser passiert deutlich mehr als früher. Meinen Gesang haben wir zudem ein wenig reduziert und alles passt ausgezeichnet zusammen."

Hhm, stellenweise frage ich mich aber schon, wohin die Jungs eigentlich wollen. Ganz so rund ist das Album nämlich doch nicht. Natürlich sind die "legendary hardcore destroyers" (wie sie die Bandinfo so schön betitelt) noch immer unzufrieden und der eigenen Wut verleiht man inzwischen mit veränderter Botschaft Ausdruck: "Unsere Texte drehen sich vor allem um positive Dinge; fordern dazu auf soziale Verantwortung zu übernehmen und aufzupassen, was auf der Welt geschieht." Dabei steht das Albumcover, das Soldaten mit Waffen zeigt im direkten Gegensatz zur beabsichtigten Aussage: "Es ist interessant, wie verschieden die Leute das Artwork auffassen. Das Album spricht sich klar gegen Krieg und Gewalt aus. Was man auf dem Cover sieht, ist "Angermeans"; eben das, was geschieht, wenn man seine Probleme mit Gewalt lösen will und nicht nachdenkt. Es ist erschreckend, wie primitiv die heutige Gesellschaft ihre Probleme löst. Es gibt so viele andere Möglichkeiten. Man braucht nicht immer Waffen..." Eben, und Musik als universelle "Waffe" sollte deutlich mehr bewegen können.

Über einen Namenswechseln dachten STRIFE übrigens nur ganz kurz nach. Die Fans danken es sicherlich: "Die Leute freuen sich vor allem darüber, dass wir zurück sind." So geht es auch mir und live kann man das Westküsten-Quintett wahrscheinlich noch in diesem Sommer erleben. Nach einem Abstecher nach Süd-Amerika und einer US-Tour bestehen gute Chancen für einige Auftritte während der Festival-Saison!
 
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