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Smoke Blow

Storie von: arne, am 29.08.2005 ]

Die Kieler Heavy Rocker SMOKE BLOW legen mit “Dark Angel“ (Nois-o-lution) ihren inzwischen fünften Longplayer vor. Und wieder einmal klingt dieser anders als der vorangegangene, das überaus erfolgreiche “German Angst“.

 
Von diesem konnte das Sextett stolze 8.000 Einheiten absetzen, und für das neue Studiowerk scheint nochmals mehr möglich. Einerseits ist die Formation um die beiden Shouter/Sänger Jack Letten und MC Straßenköter inzwischen längst etabliert und kann auf eine treue Fanbasis setzen, und andererseits dürfte die generellere, weitaus eingängigere Anlage der 14 Stücke für größeres Identifikationspotenzial unter gänzlich neuen Hörerkreisen garantieren.

Über die Jahre hinweg hat sich die Band beständig weiter entwickelt und die Effizienz der eigenen Kompositionen nachhaltig gesteigert. Das Substanz-starke “Dark Angel“ tritt dafür den eindrucksvollen Beweis an. War der Gitarren-dominierte Vorgänger noch ein brachial-noisiger Schlag in die Fresse, präsentiert sich das neue Album als melodisch eingängig und vordergründig auf die Vocals fokussiert. Gemeinsam mit einer deutlich punkigeren Anlage der Stücke erklingen 14 treffsichere Rock-Hymnen, denen man sich nicht entziehen kann. Die neuerliche, musikalische Schwerpunkverschiebung ist den beiden Frontmännern zufolge kein Zufall:

„Das ist schon so beabsichtigt und eine bewusste Geschichte. Jede Platte soll anders klingen als die letzte, da jede für einen anderen Lebensabschnitt steht. Dennoch muss jedes Album nach SMOKE BLOW klingen.“

Das tut auch “Dark Angel“, das im ersten Moment aufgrund seines melodischen Punk-Rocks überrascht: „Früher war unsere Gitarren-Fraktion vor allem durch 1970er Jahre Metal-Sound geprägt, auch wenn ein derart dichter Gitarrensound, wie wir ihn spielten, für eine Punk-Band eigentlich ungewöhnlich war. Auf der neuen Platte ist der Gitarrensound erstmals richtig punkig und dadurch insgesamt luftiger. Unsere Vocals in Form von lang gezogenen, pathetischen Gesängen stützen das, und mit voller Absicht sind sie so zentral gesetzt.“

Die mit “Dark Angel“ dokumentierte Weiterentwicklung der Kieler ist dabei im Detail auszumachen: „Vor allem wohl in einem gewonnenen Grad an Musikalität sowie besseren, eingängigeren und unsterblicheren Songs als es sie auf “German Angst“ gab. Hinzu kommt eine Prise Feminismus.


Es ist ja schließlich nicht so, dass wir privat nur harte Mucke hören. Gelegentlich greift man schon mal zu The Smith, und irgendwann wirkt sich das auf die eigenen Songs aus.“ In ihrer Anlage zeigen sich die neuen Stücks etwas komplexer, und SMOKE BLOW gehen nicht mehr nur mit dichtem Sound straight nach vorne. Bis heute hat sich jedoch nicht verändert, dass sich die Songs der Kieler aus Elementen von Heavy Metal, Rock’n’Roll, Hardcore, Punk sowie einer guten Portion Proll zusammensetzen.

Letten sieht Band und Album nachvollziehbar Genre-übergreifend positioniert: „Ich verstehe die neue Platte vor allem als Crossover aus verschiedenen Stilrichtungen des Hardcore und Punk. Es gibt Elemente moderner Pop-Punk-Bands wie Good Charlotte oder Sum 41, dann Einflüsse von absolut glaubwürdigen Früh-1980er Hardcore-Bands wie Blag Flags oder Circle Jerks, aber gleichfalls auch Psychobilly- und Gothic-Elemente. Die richtige Mischung macht’s.“

Ein Gothic-Bezug wird vor allem in der dunklen, melancholischen Grundtendenz von “Dark Angel“ deutlich, auf die bereits der Album-Titel schließen lässt. Einen gewissen Danzig-Touch kann man sicherlich nicht von der Hand weisen, auch wenn die bisweilen fröhliche Punkigkeit der Songs deren latente Schwere relativiert. Textlich setzt sie sich jedoch durch die Beschäftigung mit Tod, Verderben oder Verdammnis fort.

Für den anstehenden Live-Support ist angesichts der hymnenhaften Smasher von SMOKE BLOW Party garantiert: „Wir haben live bislang immer von Power und Blut, das in allen Richtungen spritzte, gelebt. Bei den Songs der neuen Platten stehen nun die Gesangslinien im Vordergrund, und da kann dies unter Umständen anders werden. Sofern sich die Leute aber mit der Scheibe beschäftigen, können sie sich bei uns einhängen und ordentlich mitsingen und mitfeiern. Da ist es sicherlich nur hilfreich, dass die Stücke brutal cheesy und eingängig sind. Das wird sich spätestens dann auszahlen, wenn wir live dastehen und mit unseren Fans zusammen die Faust frei dem Motto ballen: „Uns geht’s allen Scheiße. Lasst uns einen Abend lang Spaß haben.“

 
 Links:
  Smoke Blow
  Nois-o-lution Records
 
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