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Zero Mentality

Interview von: Lukas Beer mit ZM, am: 17.09.2005 ]

Das Zero Mentality Debüt “In Fear Of Forever" überzeugt durch brutalen, rohen New York Hardcore mit deutlichem, aber keinesfalls zu starken, Metal-Einschlag. Das Songwriting ist clever wie variabel und die Jungs klingen niemals monoton oder beliebig. Gerade daran kranken viele NY-HC-Releases, doch nicht so dieses. Darüber hinaus verbleiben Energie- und Drucklevel durchweg hoch, und gerade davon lebt das Debüt.

 

Musicscan: Euer Debüt-Album "in fear of forever" schneidet meist gut ab in der Presse? seid ihr auch 100% zufrieden oder hättet ihr hier und da im Nachhinein etwas anders gemacht?

Zero Mentality: Ich selbst höre die Cd immer noch sehr gerne, eine Tatsache die wohl dafür spricht, dass ich recht befriedigt bin. Wobei man als Gruppe ja immer Probleme damit hat 100prozentig zufrieden zu sein, da man sich ja permanent weiter entwickelt. Deswegen werden beim nächsten Release auf jeden fall einige Dinge anders und hoffentlich besser laufen. Das wir für „in fear of forever“ in der Öffentlichkeit überwiegend sehr gute Resonanz bekommen, hätte ich wirklich nicht erwartet. Es bestätigt aber unser Vorhaben, Musik zu kreieren. die sich nicht an bestehenden Trends orientiert.

Musicscan: Bei GSR seid ihr auf einem Label aus Holland . Wie ist es dazu gekommen?

Zero Mentality: Rob von GSR hatte schon sehr früh ein Auge auf ZM. Nachdem er uns ein paar mal live gesehen hat, ist er mit einem Angebot auf uns zu gekommen. Die Zusammenarbeit mit GSR lief von Anfang an sehr rund und harmonisch. Wir fühlen uns wirklich sehr gut aufgegeben.

Musicscan: Was sind eure musikalisch größten Einflüsse. Kommen diese eher aus dem HC oder aus dem Metal?

Zero Mentality: Da wir alle sehr unterschiedliche musikalische Wurzeln haben, und alle sehr aktiv an der Entstehung der Songs beteiligt sind, fällt es mir schwer unsere Einflüsse nur auf Metal oder Hardcore zu limitieren. Vor allem sind diese Kategorien an sich, ja mittlerweile schon so schwammig, dass es eh relativ Sinnlos ist sie zu verwenden. Also wir wurden in Reviews schon mit sehr vielen unterschiedlichen Gruppen und Künstlern verglichen. Von Metallica, Crowbar, und Hammerhead über Integrity, Madball, Agnostic Front und den Cro Mags bis hin zu Life of Agony, Such a Surge oder sogar Herbert Grönemeyer war schon alles dabei.

Musicscan: Bringt ihr die deutschsprachigen Shouts in eure Musik ein, um zu zeigen wo ihr herkommt oder einfach um Abwechslung rein zu bringen ?

Zero Mentality: Das ich in einigen Songs deutsch singe , hat sich mehr oder weniger einfach so ergeben. Bestimmte Inhalte kann ich einfach besser und authentischer in meiner Muttersprache ausdrücken. Und da ich kein großes Problem darin sehe, die Sprachen zu mischen, werde ich das vermutlich auch weiterhin tun. Gut möglich ist aber auch, dass es in Zukunft einige ZM Songs mit ausschließlich deutschen texten geben wird.

Musicscan: Ich hab gehört, dass der Ruhrpott die ideale Umgebung für aggressive Musik sei ? Wie trifft das auf euch zu ?

Zero Mentality: Na ja, ich könnte jetzt vermutlich ohne Probleme eine 20Seiten lange Abhandlung über den Zusammenhang von extremer und authentische Musik im Ruhrgebiet, und der vorherrschenden Orientierungslosigkeit, und der realexistierenden Zukunftsangst die durch die hohe und stetig steigende Arbeitslosigkeit provoziert wird, halten. Könnte auch reflektieren in welchem besondern Verhältnis aggressive und melancholische Musik mit verbauten Städten, brachliegender Industrie und schlechtem Wetter stehen, aber ich glaube das will keiner hören und es sprengt auch den Rahmen dieses Interviews. Außerdem ist das alles mittlerweile nicht mehr ein ausschließliches Ruhrpott Problem. Das es mit dem Land in dem wir leben bergab geht hat ja vermutlich jeder mitbekommen.

Musicscan: Als Veranstalter oder Kritiker ist es oft schwer Musik zu kategorisieren. Was trifft bei euch am besten zu? Metalcore, Hardcore oder Metal oder gar eine andere Bezeichnung?

Zero Mentality: Ich halte überhaut nichts von Kategorien, aber wenn ich eine wählen müsste würde ich mich für „Crossover“ entscheiden.

Musicscan: Bands wie Martyr AD, Dead to Fall oder auch Maroon sind eigentlich mehr Metal als manche Metalbands, trotzdem kennen die meisten Metalheads kaum eine dieser Bands ... was kann man da machen? Soll man da überhaupt was machen oder ist es so und so besser for einer HC-Crowd zu rocken?

Zero Mentality: Mir ist es so was von egal welcher „Gruppe“ sich unser Publikum zugehörig fühlt. Was uns als Band befriedigt ist, wenn wir merken, dass den Leuten unsere Show gefällt und sie positiv auf uns reagieren. Ob sich das nun durch Tanzen oder Headbangen äußert ist uns dabei völlig egal.

Musicscan: Ich nehme mal an, dass ihr vorhabt euren Musikstil weiter zu entwickeln, was kann man erwarten, vielleicht mehr deutsche Texte, mehr Metal, mehr Groove ?

Zero Mentality: Da es wenig Sinn macht die gleiche Platte zweimal aufzunehmen und uns unser musikalisches Selbstverständnis und unser persönlicher Ergeiz sowieso zur Progression antreiben, wird sich ZM mit Sicherheit weiterhin kontinuierlich verändern. Da wir aber kein bestimmtes Konzept verfolgen, außer dem Songs zu schreiben, die uns selbst befriedigen, bin ich selbst sehr gespannt wie sich ZM in Zukunft anhören wird.

Musicscan: Welche neuen Bands würdet ihr gerne unseren Lesern ans Herz legen?

Zero Mentality: Jeder sollte sich „the pretence of normality“ von „the Setup“ und „dedicated to the extreme“ von „End of Days“ kaufen. 2 CDs die mich kürzlich sehr beeindruckt haben. Außerdem sind „Solid Ground“ aus der Schweiz sehr solide. Und die neue „Rise and Fall“ wird mit Sicherheit Bombe.

Musicscan: Wie sieht eure Zukunftsplanung aus?

Zero Mentality: Musik machen, Ärsche treten.

 
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