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Himsa

Storie von: arne, am 09.09.2007 ]

Für HIMSA ist die Zeit gekommen, die ganz große Bühne zu betreten. Nach Jahren kontinuierlicher Entwicklung und Veröffentlichungen auf verschiedenen Labels ist man mit dem neuen Longplayer “Summon In Thunder” auf Century Media angekommen und zum Sprung bereit. Melodisch-anspruchsvoller Schwedentod kann schließlich auch aus dem nordamerikanischen Seattle kommen.

 
Gerade erst im letzten Jahr hatte das Quintett mit seiner Prosthetic-Scheibe “Hail Horror” für Furore gesorgt. Die Vorliebe der Musiker für europäisch klingende Melodic-Death-Granaten trat noch akzentuierter und effektiver in den Vordergrund, doch die Spitze der eigenen Durchschlagskraft erreicht man erst jetzt ein Album später. Tight und abgezockt schicken HIMSA eine Granate nach der anderen ins Rennen und reichen dabei selbst Größen wie The Haunted, Arch Enemy, At The Gates oder The Duskfall problemlos das Wasser. In das Roaster des Dortmunder Labels fügt man angesichts dieser Referenzen nahtlos ein:

„Nicht wir als Band haben das Label angefragt, Century Media haben an unsere Tür geklopft und wir haben sie geöffnet.“ klärt Shouter Johnny Pettibone über die Hintergründe des Labelwechsels auf: „Wir alle sind große Fans ihrer Veröffentlichungen und kennen Mitarbeiter der unterschiedlichen Büros seit Jahren. Schon immer kamen wir gut miteinander aus und nun sind wir Teil der Familie.“ Gitarrist Kirby Johnson führt weitere Argumente in Feld:

„Einige der CM-Mitarbeiter sind seit Jahren Fans unserer Band. Das ist die beste Voraussetzung dafür, vollen Support zu erhalten, und als Gruppe weiter wachsen zu können. Uns gab der Schritt zusätzlichen Ansporn, ein noch besseres Album zu schreiben, schließlich ist Century Media auf dem halben Globus präsent. Und diesen wollen wir nun auch abtouren. Wann immer wir in der Vergangenheit unterwegs gewesen sind, stellten wir fest, dass die meisten Labels in bestimmten Regionen Vertriebsprobleme haben. Nicht so CM und wir bauen darauf, dass wir nicht mehr alle zwei Tage enttäuschte Fanpost erhalten, weil unsere Platte nirgends zu haben ist.“

Das wäre tatsächlich schade, denn “Summon In Thunder” ist ein tolles Album: „Wir haben unseren Sound auf das nächsthöhere Level gehoben. Metal spielen wir bereits seit Jahren, doch es braucht Zeit, die eigenen Ansprüche und Vorstellungen adäquat umzusetzen.“, so Pettibone. „Die Musiker unserer Band haben unglaublich viel Talent und schier endloses Potenzial. Mit jeder Platte rufen sie mehr davon ab und werden noch besser. Mein Job ist da der wohl einfachste. Ich schreie und growle wie schon seit 15 Jahren der Musik entsprechend ins Mikro.“ Auf das besondere Moment der eigenen Band angesprochen entgegnet Gitarrist Johnson:

„Verschiedene Aspekte des Sounds sind meiner Ansicht nach charakteristisch für HIMSA. Zuallererst wohl unsere Offenheit gegenüber Experimenten. Denn wir schreiben Songs, um uns selbst zu unterhalten. Um das zu erreichen, muss man sich entwickeln und immer wieder neue Wege gehen. Wir sind Teil einer Generation,


die sich schnell langweilt und die beständig nach Neuem sucht. Als Konsequenz dessen kann man als Band nicht stagnieren oder etwa jahrelang einer bestimmten Formel treu bleiben. Damit würden wir uns ja selbst langweilen, von den Fans ganz abgesehen.“ Nicht grundlos ist man in den kreativen Phasen bis heute einer impulsiv geprägten Arbeitsweise verhaftet:

„Aus welchem Grund sollte man sich mehr Zeit lassen? Jede Band hat ihre Routinen und Abläufe, die sich mit den Jahren einschleifen und nach denen man arbeiten sollte. Je näher eine Deadline rückt, desto angespannter wird man, doch HIMSA sind unter Druck noch immer am effektivsten gewesen.“, erklärt Pettibone: „Das wird sich wohl niemals ändern: Erst schreiben wir hier und da einige Passagen, doch wirklich produktiv geht es die erste Zeit nicht voran. Erst auf den letzten Drücker arbeiten wir konstruktiv und konzentriert. So funktioniert unsere Band nun einmal.“ Und wenn dabei Scheiben wie “Summon In Thunder” entstehen, ist der Weg zweifellos der richtige. Die eigene Weiterentwicklung sieht der Shouter vorrangig im Detail:

„Wir haben das, was wir mit “Hail Horror” begonnen haben, aufgegriffen und ausgebaut. Erneut ist ein Album entstanden, auf das wir 100 Prozent stolz sind. Es ist eine schnelle, angriffslustige Platte in der Tradition alter Napalm Death oder Entombed geworden, die darüber hinaus über die Dichte von Neurosis und die Einfachheit von Poison Idea verfügt. Das ist wenigstens meine Sichtweise. Eben so wollte ich es haben.“ Klampfer Johnson ergänzt: „Besonderes Augenmerk haben wir auf die bloßen Songstrukturen gelegt. Das ist eine solch grundlegende Geschichte, dass man sie im Schreibprozess mitunter vergisst. Gerade dann, wenn man permanent hin und her springt und neue Dinge ausprobiert. Bei der Arbeit an der letzten Platte war der rudimentäre Aufbau der Stücke für meinen Geschmack etwas zu kurz gekommen. Diesmal haben wir aufgepasst.“

Witzigerweise legen HIMSA ihr viertes Album neuerlich in zeitlicher Nähe zum Erscheinen einer neuen Darkest Hour-Scheibe vor, mit denen das Quintett aus Seattle seit jeher verglichen wird: „Auf unserer Seite besteht da kein Wettbewerb. Die Vergleiche resultieren wohl aus dem Umstand, dass beide Gruppen einen ähnlichen Background aufweisen und ihr Sound auf einer vergleichbaren Basis fußt. Unser beider Gruppen verbindet darüber hinaus ein ähnliches Gespür für die Kombination von Melodien und Härte. Sie sind enge Freunde und besonders mit Gitarrist Mike komme ich seit Mitte der 1990er Jahre glänzend aus. Von ihrer neuen Platte habe ich bislang allerdings nur einen Song gehört. Der hat mich weggeblasen.“

 
 Links:
  himsa.org
 
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