Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1750

Stigma

Storie von: Dominik, am 01.05.2008 ]

Ladies und Gentlemen, gestatten, Dracula. So, oder so ähnlich kommt “When Midnight Strikes!”, das erste Full-Length der Italiener STIGMA daher. Nicht, dass hier jemand meint, Sänger und Texter Stefano Ghersi wäre ein blasser Blutsauger, denn das ist der gutgelaunte junge Mann aus Bella Italia wirklich nicht. ‘I Am Dracula’ ist vielmehr der erste Song des Albums und das Video hierzu wird bereits seit mehreren Wochen im Internet angeteasert.

 
“Meine Texte sind eine Hommage an die Horrorfilme der 30’er Jahre” erzählt er lachend, als er darauf angesprochen wird, dass man in ihm nicht gerade die Inkarnation der Romanfigur Bram Stokers vermuten würde. “Als wir uns entschlossen, das Album zu machen, war klar, dass wir musikalisch unser Bestes geben würden. Da wollte ich dem in nichts nachstehen und habe überlegt, wie die Texte zu der Stimmung der Musik passen könnten.” Wie es dann zu einem wilden Potpourri aus Dracular, Zombie und Frankensteins Braut wurde, erklärt er einleuchtend. “Horrorfilme waren schon immer ein Teil meines Lebens und Death-, sowie Blackmetal auch. Ich denke, dass sie die gleiche düstere Atmosphäre teilen. Also habe ich mir alle Filme, die ich in meinen Texten aufgreifen wollte, auf DVD besorgt und noch einmal angesehen.”

“Wir wussten, dass die Songs gut waren”

Zu Beginn der Aufnahmen zu “When Midnight Strikes!” rollten allerdings einige dicke Steine in den Weg der Band. Nach Vertragsverhandlungen mit einer Plattenfirma wurde schleunigst ein Studio angemietet und niemand geringeres als Ettore Rigotto, Kopf der Band Disarmonia Mundi, wurde als Aufnahmeleiter verpflichtet. Kurz vorher musste die Band allerdings erfahren, dass die Firma ihren Betrieb eingestellt hatte und folglich nicht mehr an einer Zusammenarbeit mit STIGMA festhalten konnte. Unbeirrt von diesem Schlag enterte das Quintett dennoch das Studio und prügelte zehn Nummern ein. “Wir mussten das Album einfach aufnehmen, weil wir wussten, dass die Songs gut waren. Natürlich machten wir uns Sorgen, weil wir nicht sicher sein konnten, dass dieses Album jemals veröffentlicht würde.”

Zum Glück fand sich aber schnell eine neue Labelheimat und nachdem Gitarrist Andrea Bailo zur Band gestossen war, fand sich der Fünfer im Februar vergangenen Jahres erneut im Studio ein, um weitere Feinheiten hinzuzufügen. Bei dieser Gelegenheit nahm man ebenfalls Gastauftritte verschiedener Freunde wie The Classic Struggle, Dark Lunacy und Slowmotion Apocalypse auf und fügte sie dem Album hinzu. Das Ergenis ist ein Album, dass den internationalen Vergleich nicht scheuen muss. Unüberhörbare Einflüsse von Bands wie At The Gates, The Black Dahlia Murder, aber auch europäischen Hardcorebands wie Raised Fist vermischen die fünf Italiener zu vielschichtigen und ausgereiften


Songs. Nach EP-Veröffentlichungen im Jahr 2003 und der 2004 erschienenen “Epitaph Of Pain” hört man STIGMA deutlich an, dass sie musikalisch gereift und angekommen sind. “Wir mussten eine Menge lernen und gerade unsere Erfahrungen im Musikgeschäft der letzten Zeit haben uns erwachsener werden lassen”, erklärt der 23-jährige Fronter Ghersi diesen Prozess. “Wir haben vorher jedem in diesem Business vertraut uns dachten nie daran, dass es Leute gibt, die Bullshit erzählen und man dadurch viel Zeit und vor allem viel Geld verliert.”

Ist dein Kunstlehrer auch Dracula?

Von der im Jahr 2000 gegründeten Hardcore-Coverband hin zur weltweiten Veröffentlichung war es also ein langer und steiniger Weg für STIGMA. Das seit einiger Zeit im Netz angepriesene Musikvideo zu ‘I Am Dracula’ war ein nächster Schritt auf der Karriereleiter. Hergestellt wurde das Video von WhereCloudsPart, die zuvor schon mit BoysSetsFire und Sick Of It All zusammengearbeitet haben. Hierzu kann Stefano Ghersi eine besonders witzige Geschichte zum Besten geben, war die Band doch auch bei der Planung sehr mit eingebunden. “Nachdem ich mit unserem Bürgermeister geklärt hatte, dass wir in dieser wunderbar verfallenen Kirche drehen durften, brauchten wir noch einen Darsteller für die Rolle des Dracula. Da musste ich an meinen alten Kunstlehrer denken, der damals selber Musik wie Metallica gehört und mich mit ihren Songs in Kontakt gebracht hat. Ich habe ihn also gefragt und er war direkt Feuer und Flamme dafür.”

Man darf also gespannt sein auf das Endprodukt, dass zusammen mit einem Bonustrack auf “When Midnight Strikes!” enthalten sein wird. Besonderen Humor beweisen die Jungs auch bei der Gestaltung des Coverartworks, für das der befreundete Künstler Davide Nadalin (Nile, The Duskfall, Threshold) verantwortlich ist. Wer wissen möchte, wie STIGMA als Zombies aussehen, sollte einmal genau hinsehen, von wem der Kunstlehrer-Dracula umgeben ist.

Zur Zeit stehen leider noch keine Deutschlandtermine fest, aber im Interview verrät Ghersi, dass sie sich definitiv freuen würden, nach dem Wacken Open-Air von 2005, noch einmal unsere Bühnen zu stürmen. Bis dato können sich Fans von Bands wie Bring Me The Horizon, At The Gates und The Black Dahlia Murder schon einmal mit “When Midnight Strikes!” einstimmen.

 
 Links:
  stigmahc.com
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  As I Lay Dying
  Cult Of Luna
  Despised Icon
  The Menzingers
  Entrails

Interviews/Stories:

  Brutality Will Prevail
  Uzziel
  Carnifex

Shows:

  17.09. Off With Their Heads - Leipzig
  18.09. Amanda Palmer - Stuttgart
  18.09. Off With Their Heads - Hamburg
  19.09. Amanda Palmer - Essen