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Six Reasons To Kill

Storie von: arne, am 05.07.2008 ]

Hört man sich “Another Horizon“, das neue Album von SIX REASONS TO KILL, aufmerksam an, kommt man nicht umhin, fest zu stellen, dass die Koblenzer sowohl eine zuvor unbekannte Lässigkeit als auch eine spannende Bandbreite im Songwriting unter Beweis stellen, die weit über das Material der ersten beiden Longplayer hinaus reicht. Die zu Grunde liegende Mixtur aus modernem amerikanischen Death- und Thrash-Metal sowie einem gehörigen Einschlag toughen Hardcores ist geblieben, doch die Umsetzung gelingt dem Fünfer dieses Mal brachialer und konsequenter.

 
„Leidenschaftlich-motiviert-begeistert?“, äußert Drummer Flo spontan auf die Frage nach der bandinternen Chemie. „Wir sind alle sehr zufrieden mit der neuen Platte und das schweißt das Gefüge formschlüssig zusammen. Wir sind alle sehr gut miteinander befreundet, was die Sache echt erleichtert. Das Line Up ist das Beste, das wir je hatten. Jeder macht einen guten Job und es passt wie der „Arsch auf den Eimer“. Das kann man “Another Horizon“ auch anhören, glaub’ ich.“ Einen guten Anteil daran hat Sänger Thorsten Polomski, der variabler und markanter als sein Vorgänger in Erscheinung tritt. Selbst das cleane Singen und die Refrains funktionieren! Die übrigen Mitglieder von SIX REASONS TO KILL scheinen sich vom Neuzugang inspiriert haben zu lassen, denn auch sie agieren zwingender und nachhaltiger:

„Unser alter Shouter Christian hat uns Ende 2006 verlassen. Das war zu einem Zeitpunkt, wo wir uns eigentlich schon wieder im Studio gesehen hatten. Naja, und dann geht das halt von vorne los: Sänger suchen, einarbeiten, Shows spielen. Es ist nicht so leicht, dann sofort einen richtigen Mann fürs Mikro zu finden. In diesem speziellen Fall war es halt auch noch mal so, dass der Thorsten ein so geniales Spektrum an gesanglichen Möglichkeiten mitbringt, das sich eine Art Rückkopplungseffekt auf die Band ergeben hat. Dann schraubt man eben noch mal ein bisschen an den Songs rum und geht dann halt ein Jahr später ins Studio. Zudem wollten wir unbedingt wieder mit dem Kristian Kohlmannslehner zusammenarbeiten. Der braucht erstmal einen Termin, wo wir zusammen kommen konnten. Das muss bei uns wieder passen usw. Ist ja immer von verschiedenen Faktoren abhängig. Was letztlich zählt, ist das Ergebnis, mit dem wir nach dem ganzen Theater im Vorfeld wirklich zufrieden sind.“

Der Stolz auf die eigene Arbeit ist berechtigt, wobei sich die Koblenzer im Erstellungsprozess der Platte bewusst alle Freiheiten bewahrt haben: „Man nimmt sich eigentlich


immer vor, dass man seine Arbeit so gut wie möglich macht. Wir wollten natürlich nicht “Reborn Pt. II“ aufnehmen. Wir versuchen, uns weiter zu entwickeln, ohne unsere Markenzeichen zu verlieren. Die neuen Elemente unserer Musik sollten in angemessener Weise in die Musik eingebracht werden, ohne dass die Band völlig ihr Profil verliert. SIX REASONS TO KILL steht ja – der Name lässt es eigentlich schon klar durchblicken – nicht unbedingt für leichte Kost und das sollte trotz aller Melodien und Experimente, die wir auf dem Album verbraten haben, auch weiterhin so bleiben. Die Produktion von “Another Horizon“ spiegelt unseren derzeitigen Sound perfekt wider. Es ist schlicht und ergreifend die Platte, die ich immer schon machen wollte. Ein modernes und abwechslungsreiches Metal-Album, das kompromisslos, aber nicht stumpf ist, technisch, aber nicht übertrieben anspruchsvoll und dessen Texte bisweilen tragisch, aber immer zuversichtlich und in gewisser Weise positiv sind.“

Gesang und Texte erfahren auf “Another Horizon“ eine deutliche Aufwertung und werden ein wichtiges Trademark für SIX REASONS TO KILL: „Thorsten hat seine ganz eigene Art, Gedanken in Texte zu fassen. Seine Lyrics sind parabole Miniaturen, mal kryptisch, mal sehr bildlich-metaphorisch, hin und wieder auch sehr direkt, bisweilen auch nicht immer ganz ernst gemeint. Man kann gesichert sagen, dass sie immer eine positive Message enthalten. Ganz zentrales Thema in den Lyrics ist der Aufruf, in einer pluralistischen Gesellschaft wieder zu sich selbst zu kommen und sich nicht irgendwelchen formalen gesellschaftlichen Erwartungshaltungen zu unterwerfen. Das Leben ist so wertvoll, dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen und für sich einzustehen. In diesem Sinne kann der Albumtitel auch verstanden werden: Wer mutig, zuversichtlich und ehrlich bleibt und seinen Weg geht, kann neue Erfahrungen und Erkenntnisse machen und den Horizont erweitern. “Another Horizon“ eben.“

 
 Links:
  myspace.com/sixreasonstokill
 
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