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Isis

Storie von: arne, am 11.06.2009 ]

Drei Jahre nach „In The Absence Of Truth” meldet sich ISIS, unumstritten eine der einflussreichsten Post-Rock-(Metal-)Kapellen überhaupt, mit einem neuen Album zurück. Was vor Jahren mit „Oceanic“ begonnen und auf „Panopticon“ sowie der bereits genannten Platte von 2006 weiter verfeinert wurde, bestimmt auch „Wavering Radiant“. Das neue Werk atmet den typischen Sound: ISIS setzen sphärische Indie-Sounds, die sie mit eruptiven Metal-Passagen kombinieren. Damit erschaffen die Musiker neuerlich wirkungsstarke Kontraste.

 
„Ich glaube, das Songwriting hat sich am Offensichtlichsten weiterentwickelt und fällt zusammenhängender und stimmiger aus,“ äußert sich Schlagzeuger Aaron Harris im Gespräch. „Es war nur förderlich, dass inzwischen alle Bandmitglieder in Los Angeles wohnen und wir deshalb wieder häufiger zum Proben gekommen sind. Wir haben hart an den Stücken gearbeitet und vorab Demos von allem aufgenommen. So ist zwangsläufig ein konsistentes Werk entstanden. Beim letzten Album war es schwieriger, die Songs zu schreiben, denn wir lebten über das Land verteilt. Es stellte sich kein richtiges Gemeinschaftsgefühl ein. Damals lebten drei von uns an der Westküste und zwei in New York an der Ostküste. Dieses Mal waren wir wieder in der Lage, uns aufeinander einzustimmen und ohne Unterbrechungen zu arbeiten.“ ISIS sind zum guten alten „Banddaseim“ zurückgekehrt:

„Wir haben deutlich mehr Zeit damit verbracht, uns die Songs genau anzusehen und mit ihnen zu experimentieren. Wir haben versucht, das Allerbeste aus ihnen herauszuholen. Natürlich kann man an etwas Gutem so lange schrauben, bis es kaputt ist. Man muss vorsichtig sein und darf es nicht übertreiben. Es war eine bewusste Entscheidung, erst alles komplett zu schreiben und fertig zu haben, und erst danach Überlegungen über ein Studio anzustellen.“ Unter Beteiligung von Produzent Joe Barresi (Queens Of The Stone Age, Tool, The Melvins) ist ein Album entstanden, das instrumentenseitig songdienlicher als seine Vorgänger wirkt. Im Mittelpunkt des Songwritings haben neuerlich die sich entwickelnden Atmosphären und die ästhetische Anmut gestanden, für die das Outfit bekannt ist:

„Es war so ziemlich alles festgelegt, als wir ins Studio gingen. Das Einzige, was wir erst bei den Aufnahmen komponiert haben, ist ,Wavering Radient’, der instrumentale Titel der Platte, gewesen. Alles andere haben wir nur noch eingespielt.“ Und doch konnte Joe Barresi noch Einfluss auf den Sound der Platte nehmen: „Er hatte uns bereits etliche Male live gesehen und kannte uns. Da unsere Studio-Alben bislang niemals an unseren


Live-Sound herankamen, bestand seine Aufgabe darin, genau das zu schaffen. Die Kraft und die Energie, die ISIS live auszeichnen, sollten dieses Mal mit auf das Album. Es war ein ziemlich cooler Ansatz, eine Platte unter dieser Prämisse zu machen. Da wir vorher nie so richtig darüber nachgedacht haben, waren wir sehr gespannt. Wir spielen im Studio ja eigentlich immer genau so, wie wir es live tun. Es ist mehr das Problem, genau das mit der zur Verfügung stehenden Technik einzufangen. Joe gelang es, indem er verschiedene Pre-Amps verwendete und unterschiedliche Aufnahmetechniken ausprobierte, bis der Live-Vibe zu fassen war.“ Emotionen rufen ISIS sowohl mit ihren Songs als auch mit ihren intensiven Konzerten hervor. Über die Jahre hinweg hat sich eine besondere Verbindung zwischen der Band und ihren Fans herausgebildet, die dem Schlagzeuger wichtig ist:

„Ich hoffe sehr, dass sich die Leute gemeinsam mit uns entwickeln. Natürlich wird es immer Leute geben, denen „Mosquito Control” oder „The Red Sea” besser gefällt als das, was wir mittlerweile spielen. Wir waren damals eine komplett andere Band und haben uns stilistisch stark verändert. Die musikalische Evolution verlief jedoch kontinuierlich und nachvollziehbar, so dass der größte Teil der Hörer sie angenommen hat und mitträgt. Es trifft mich immer sehr, wenn die Platten der Erwartungshaltung eines Teils der Fans nicht gerecht werden. Denn gerade die Interaktion mit den Hörern bringt uns voran. Man hofft und will, dass die Fans zufrieden sind. Aus diesem Grund geben wir immer unser Bestes.“ Aaron Harris fühlt sich den Hörern, die sein Auskommen als tourender Musiker ermöglichen, verpflichtet: „Ich will nicht lügen. Das ist wirklich ein Gedanke, den ich ab und an habe. Niemand darf seine Fans vergessen, auch wenn man die Band zunächst für sich selbst betreibt. Doch man schuldet ihnen so viel. Dafür, dass sie einem folgen und einen unterstützen. Gleichzeitig darf man sich davon nicht zu sehr beeinflussen lassen und muss die Musik machen, die in einem ist. Am Ende kann man nie allen gefallen.“

 
 Links:
  isistheband.com
 
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